Ausflug nach Rottnest Island – zu den glücklichsten Tieren der Welt

Gestern haben wir die Quokkas auf Rottnest Island besucht. Man sagt, die kleinen Beuteltiere aus der Familie der Kängurus seien die glücklichsten Tiere der Welt, da sie immer ein Lächeln im Gesicht tragen. Noch dazu sind sie einfach die niedlichsten kleinen Tiere, die ich je gesehen habe – am liebsten hätte ich eins (oder mehrere) mitgenommen.

Die Fahrt nach Rottnest Island

Von unserer Unterkunft aus mussten wir erst einmal eine gefühlte Ewigkeit mit dem Bus zum Hafen in Frementle (Perth) fahren. Dort fuhr um 9:10 Uhr die Fähre nach Rottnest Island ab. Natürlich waren wir gut vorbereitet (dachten wir). Wir hatten auf einer App des Verkehrsdienstes von Perth eine genaue Verbindung rausgesucht und mussten mehrmals umsteigen – zwischen Bussen und Zügen. Die Stationen schienen auch nicht wirklich beieinander zu liegen. Der Fußweg betrug bei jedem Umstieg zwischen 5 und 15 Minuten!

Um kurz nach 7 Uhr standen wir voller Vorfreude an der Haltestelle direkt vor unserer Tür. Und dann begann das Drama: Der erste Bus fuhr nicht dahin, wohin er angeblich fahren sollte, der zweite und der dritte fuhren einfach an der Haltestelle vorbei und hielten ungefähr 500 m weiter (als wir das verstanden hatten, waren sie natürlich weg). Nachdem wir dann eine halbe Stunde später endlich in einen Bus einsteigen konnten, wurde die Zeit schon ziemlich knapp. Der sehr freundliche Busfahrer fragte uns dann, warum wir überhaupt einen Zug nach Fremantle nehmen wollten, es gab doch einen viel schnelleren Bus (ohne langen Fußweg beim Umsteigen), der dort hinfuhr! Wie gut, dass die Verkehrsgesellschaft extra eine App hat! Beim Umsteigen fanden wir dann aber heraus, dass auch dieser Bus zu lange brauchte und wir unsere Fähre verpassen würden. Er kam zwar pünktlich und fuhr auch recht schnell, aber die Zeit lief uns davon. Im aller letzten Moment (so ziemlich ganz genau um 9:10 Uhr) erreichten wir den Hafen und die Fähre dann aber doch noch. Und die Mitarbeiter? Ganz gechillt, überhaupt nicht genervt, alles gar kein Problem. Ich mag die Aussies!

Was den ganzen frühmorgendlichen Stress noch verschlimmerte, war die Tatsache, dass uns der Jetlag nun leider doch gepackt hatte und wir so gut wie gar nicht geschlafen hatten! Aber die Vorfreude war dann so groß, dass sie irgendwann über die Müdigkeit siegte.

Rottnest Island und die Quokkas

Rottnest Island ist eine kleine, 11 km lange Naturschutzinsel vor der Küste von Perth. An ihrer breitesten Stelle misst sie gerade einmal 4,5 km und sie ist die Heimat der Quokkas. Nirgendwo anders auf der Welt sind sie so zahlreich vertreten wie hier (ca. 10.000) und überhaupt leben sie nur in wenigen Regionen im Westen Australiens und auf einer anderen sehr kleinen Insel im Südwesten des Landes. Sonst gibt es auf der Insel (außer Kriechtieren wie Spinnen u. ä.) Schlangen, Echsen und viele verschiedene Vogelarten. Allein ihre traumhaften Strände und die größtenteils unberührte Natur machen sie schon zu einem absoluten Muss für jeden, der in Perth Urlaub macht.

Die Überfahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde und das Abenteuer konnte beginnen. Ich war natürlich vom ersten Moment an auf der Suche nach den Quokkas, die hier in freier Wildbahn rumlaufen. Wenn man viel Pech hat, kann es sogar passieren, dass man gar keine sieht! Aber Achtung: Von Anfang an findet man überall Schilder mit der Aufschrift „Don’t feed or touch the wildlife“ (wilde Tiere nicht füttern oder anfassen – ja, die Quokkas sind auch gemeint) – schade aber auch!

Die Island Explorer Tour, die man sich etwas wie einen Hop on-Hop off Bus in großen Städten vorstellen kann, bietet 18 Punkte verteilt an der Küste der gesamten Insel, an denen man ein- und aussteigen kann. Wir sind bis zum 5. Punkt mitgefahren und auf Grund der wahnsinnigen Aussicht auf verlassene Strände, türkisfarbenes Wasser und die Skyline von Fremantle, die man weit hinten am Horizont entdecken konnte, ausgestiegen. Und siehe da: Das erste Quokka kam zu uns! Ein unbeschreiblich niedliches, zutrauliches, kleines Tierchen auf der Suche nach Essen. Als ich mich auf den Boden setzte, kam es sogar zu mir (schade, dass ich nicht mit ihm kuscheln durfte)! Voller Hoffnung, noch weitere Quokkas zu sehen, liefen wir dann irgendwann weiter. Zuerst an der Küste mit weiteren wunderschönen Stränden und Klippen, dann ins Innere der Insel. Dort trafen wir auf Salzwasserseen, eine unbeschreibliche Natur, viele Echsen und schlussendlich sogar auf zwei Schlangen – aber keine Quokkas. Zwischendurch hatten wir das Gefühl, wir hätten uns verlaufen – völlig erschöpft und leicht ausgehungert fanden wir erst nach ein paar Stunden Wanderung die Busstraße wieder.

Am westlichsten Punkt der Insel kann man mit etwas Glück zwischen Juli und Oktober Wale beobachten, die auf ihrem Weg in wärmere Gewässer an Rottnest Island vorbei ziehen (wir hatten leider kein Glück). Dafür sahen wir einige Robben, die im Wasser spielten und schwammen. Als ich schon etwas traurig wurde, nur ein Quokka gesehen zu haben, fuhren wir mit dem Bus an den Hotels der Insel vorbei und da waren sie dann endlich und auch noch richtig viele! Wir stiegen aus und bis zur Abfahrt unserer Fähre liefen wir von einem Quokka zum nächsten. Einige hatten ihre Jungen dabei und andere waren am Essen. Sie hatten gar keine Angst vor uns oder den anderen Menschen und fanden es sogar sehr interessant, gefilmt und fotografiert zu werden.

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Quokka beim Essen

Leider mussten wir die Insel um 16 Uhr schon wieder verlassen, aber ich bin sicher, dass ich irgendwann noch einmal hier her zurück kommen werde.

Die Rückfahrt verlief sehr viel unproblematischer als die Hinfahrt, wobei wir auch hier einen anderen Bus nehmen mussten, als von der App vorgeschlagen. Das hatte diesmal aber tatsächlich etwas Gutes: Dank eines aufmerksamen Australiers, der erkannte, wie verloren wir waren, fanden wir auch gleich heraus, zu welcher Bushaltestelle wir heute morgen mussten, um zu Flughafen zu gelangen. Denn dann ging es weiter nach Sydney.

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