Sydney I: Die erste Fahrt in unserem Camper

Die ersten beiden Tage haben wir trotz des Linksverkehrs heile überlebt und uns „heimisch“ eingerichtet. Und das obwohl der erste Tag etwas holprig war und uns zeigte, dass wir mal wieder nicht so gut vorbereitet waren, wie wir dachten.

Die erste Fahrt

An unserem ersten Morgen in Sydney brachte uns ein Taxi zum Wohnmobilverleih, wo unser niedlicher, kleiner Camper auf uns wartete, den wir bereits in Deutschland gemietet hatten. Nach einer kleinen Einführung in die Funktionen ging es dann los – in den Linksverkehr auf den verkehrsreichen Straßen von Sydney. Die ruhigeren Zeiten sind hier vergleichbar mit Hauptverkehrszeiten in Städten wie Frankfurt und Hamburg. Jetzt ging das Abenteuer erst so richtig los!

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Da wir nur einen Tag in Sydney verbringen wollten, mussten wir natürlich so viel wie möglich sehen, also ging es mit dem Wohnmobil auf zum Opera House, dem Wahrzeichen der Stadt, das man schon so oft auf Bildern und in Reportagen gesehen hatte. Schlechte Idee, ganz ganz schlechte Idee! Sogar unsere Airbnb-Gastgeberin riet uns davon ab, in die Stadt zu fahren. Aber wer nicht hören will, muss eben fühlen.

Der Verkehr war für uns einfach die Hölle. Nicht nur, dass man sich ganz plötzlich daran gewöhnen musste, auf der für uns falschen Seite zu fahren (besonders beim Abbiegen sehr interessant), nein, die Busspur blockiert oft den Linksabbieger und auf einmal werden 4-spurige Straßen zu 3-spurigen. Das Ampelsystem lässt jede Kreuzung schön bunt aber zunächst sehr unübersichtlich erscheinen, denn hier stehen die Ampeln nicht nur vor der Kreuzung sondern auch noch einmal dahinter. Google Maps ist teilweise eine Hilfe, dank der vielen Hochhäuser und Tunnel aber meistens nicht.

Wenn man sich dann bis in die Stadt durchgekämpft hat, ist es mit einem Camper natürlich unmöglich, einen Parkplatz zu finden und man muss gezwungenermaßen direkt wieder raus fahren (hätten wir uns auch denken können). Als wir eine Parkmöglichkeit gefunden hatten, haben wir uns dann nur schnell den Hyde Park angesehen und etwas gegessen, da man nur maximal zwei Stunden dort parken durfte. Wir haben uns entschlossen, auf einen Campingplatz zu fahren und es von dort aus am nächsten Tag dann noch einmal mit dem Zug zu versuchen.

Der Campingplatz

McDonalds bietet glücklicherweise in jedem Land, in dem ich bisher war, gratis WLAN an. Wir suchten uns hier also einige Campingplätze raus (man darf in Australien nicht wildcampen) und fotografierten sie ab. Die Google Maps für Sydney hatte ich ja bereits heruntergeladen, es konnte also nichts mehr schief gehen. Oder vielleicht doch? Am ersten Ort, den Google anzeigte (ca. 45 Minuten entfernt), war überhaupt kein Campingplatz und der nächste lag bereits außerhalb meiner heruntergeladenen Offline-Maps: Die grobe Richtung konnten wir noch eingeben, aber keine direkte Straße. Weitere 45 Minuten später waren wir am Macquarie Park angekommen und irgendwo hier musste der Campingplatz sein! Wie alles in Sydney war der Park natürlich viel zu groß, um etwas zu finden. Und kein Hinweis auf einen Campingplatz.

Da wir gelesen hatten, dass die Plätze gegen 20 Uhr schließen, lief uns mal wieder die Zeit davon – es war schon fast 19 Uhr. Schon leicht am verzweifeln sind wir an den Bürgersteig gefahren und haben eine Passantin angesprochen. Ich persönlich wäre ja weiter gelaufen, wenn mich zwei fertig aussehende Menschen aus einem laufenden Camper angesprochen hätten, aber die Australierin beendete das Telefongespräch, das sie gerade führte und suchte bei Google nach unserem Campingplatz. Wir durften den Weg abfotografieren und sie gab sogar noch einige Erklärungen, damit wir ihn auch wirklich fanden. Ich sag ja, ich mag die Aussies. Auf dem Weg lag dann auch ein McDonalds und dank des WiFis konnte ich dann auch noch einmal nach der Route suchen.

Gegen kurz nach sieben kamen wir am Campingplatz an und beteten, dass es hier noch einen freien Stellplatz gab, doch die Rezeption war bereits geschlossen. Open until 5 pm (17 Uhr), na super! Nachdem wir mehrmals verdächtig um das Häuschen herumgelaufen waren, kam glücklicherweise ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma zu uns. Eigentlich durfte er nicht wirklich Stellplätze vergeben, aber da die Australier nette und hilfsbereite Menschen sind, tat er es trotzdem. Wir waren in diesem Moment glücklicher, als Menschen, die im Lotto gewinnen, da bin ich mir sicher! Er empfahl uns außerdem, Stellplätze immer im Voraus zu reservieren, um auch überall noch einen zu bekommen und nicht an Öffnungszeiten gebunden zu sein. Wie gut wir doch vorbereitet waren…

Als das Wohnmobil stand, richteten wir es etwas ein, stellten die Koffer so hin, dass sie nicht ständig im Weg waren und machten uns erst einmal zur nächsten Zugstation auf, um uns im Macquarie Center etwas zum Trinken und zum Frühstücken zu kaufen. Das Center war nur zwei Stationen weit entfernt und einfach zu erreichen – wir brauchten dann nur bestimmt eine halbe Stunde, um den Ausgang wieder zu finden… So schön Sydney auch ist, es war einfach nicht unsere Stadt!

Zurück auf dem Campingplatz wollten wir die fast leeren Handys aufladen, aber die Steckdosen funktionierten nicht. Blöd. Wir versuchten alles, aber ohne Erfolg. Nach diesem Tag war ich mir allerdings schon sicher, dass es an uns lag und nicht am Camper!

Als wir schlafen gingen, hatten wir uns nichtsdestotrotz damit abgefunden, dass wir am nächsten Morgen zurück zum Wohnmobilverleih mussten.

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