Roadtrip in Richtung Canberra, 265 km

23. September

Nun haben wir die große Stadt verlassen und der Roadtrip hat begonnen. Unser nächster Stopp: das Tidbinbilla Naturreservat bei Canberra, 265 km von Sydney entfernt.

Nach dem Aufstehen haben wir uns zunächst gut auf den Tag und die Fahrt, die vor uns lagen, vorbereitet:

  • Wassertank des Campers aufgefüllt
  • All unsere Elektrogeräte geladen
  • Google Maps bis Canberra und zur Küste heruntergeladen
  • Essen und Getränke gekauft (zum Glück haben die Geschäfte hier auch sonntags auf!)
  • An der ersten Autobahntankstelle vollgetankt

Auf ging’s in Richtung Südwesten

Zunächst führte die Strecke nach Canberra über die Autobahn, was natürlich sehr viel einfacher ist, als sich durch den Verkehr einer Großstadt zu kämpfen. Auf einige Dinge, die anders sind als auf deutschen Autobahnen, muss man natürlich trotzdem achten. Logisch ist, dass man auch hier auf der gefühlt falschen Seite fährt, das bedeutet aber auch: Auf der anderen Seite auf- und abfahren und nicht links sondern rechts überholen. Alles nicht unbedingt problematisch, aber im ersten Moment doch seltsam.

Gut, dass die Australier die ganzen Ausländer auf ihren Straßen gewöhnt sind und so finden sich alle paar Meter Schilder, die darauf hinweisen, dass man sich, außer beim Überholvorgang, auf der linken Seite halten soll. Auf der gegengesetzten Fahrbahn liest man außerdem immer wieder auf roten Schildern falsche Straßenseite, bitte umdrehen“. Wie viele Geisterfahrer die hier wohl haben?

Besonders interessant finde ich, dass es mitten auf der Autobahn passieren kann, dass man ein Auto vor sich hat, dass die Spur von rechts nach links oder umgekehrt überkreuzt, da einige „Ausfahrten“ hier wie Kreuzungen (ohne Ampelsystem oder ähnlichem) angelegt sind und man sowohl rechts als auch links Dörfer erreichen kann. Fahrräder gibt es übrigens auch, denn neben der linken Spur ist eine Fahrradspur, dann fahren die Fahrradfahrer halt neben 110 fahrenden Autos oder 8-Tonnern entlang! Aber mein persönlicher Favorit der Unterschiede zu unseren Autobahnen sind die Vorsicht vor Wildwechsel-Schilder. Darauf sind hier nämlich keine Hirsche abgebildet sondern Kängurus und Wombats – sehr niedlich! Leider haben wir dann auf unserem Weg auch bestimmt zehn tote Kängurus am Straßenrand liegen sehen und wir gehen davon aus, dass sie als eine Art Abschreckungsmaßnahme für andere Tiere einfach dort liegen gelassen werden (aber das ist nur eine Annahme).

wiildwechsel.jpg

Obwohl wir bis hierher ausschließlich auf Autobahnen unterwegs waren, hat sich uns eine einmalige Natur mit spektakulären Aussichten auf weite Felder geboten, die bis zum Horizont reichten und nur auf einer oder zwei Seiten (wenn überhaupt) von Bergen begrenzt waren. Ich habe versucht, auf Fotos festzuhalten, was wir dort sahen, aber das ist unmöglich. Grüne Flächen wechselten sich mit brauneren ab, Kuh- und Schafsweiden mit kilometerweit leeren Flächen. Hin und wieder war ein kleiner Fluss oder eine Farm zu sehen, aber es gab auf der ganzen Strecke nur zwei Dörfer, die wir von der Straße aussehen konnten.

Feld.JPG

Nachdem wir die Autobahn verlassen und eine Kleinstadt durchquert hatten, war Canberra nicht mehr weit. Heute fuhren wir aber nur an der Hauptstadt vorbei, um uns in der Nähe des Tidbinbilla Nationalreservats eine Rest Area zu suchen. Wie ich ja schon gesagt hatte, darf man in Australien nicht wildcampen, aber man muss auch nicht unbedingt immer einen Campingplatz suchen. Die sogenannten Rest Areas gibt es fast überall und man kann sie sich etwas wie einen Parkplatz am Straßenrand vorstellen – hier gibt es halt keinen Strom und keine Duschen wie auf einem Campingplatz.

Unser Weg zum Naturreservat führte an einer kleinen Stadt und einem Frischwassereservat vorbei – wunderschöne Aussichten in der Dämmerung!

Die Rest Area

Es wurde immer dunkler und wir wussten, dass wir bald eine Rest Area finden mussten. Auf dem Weg sahen wir unzählige Kängurus – wie niedlich diese Tiere durch die Gegend sprangen! Ich freute mich direkt auf den morgigen Tag, an dem wir sie im Hellen besuchen konnten. Mit 30 km/h (damit uns nichts vors Auto lief) fuhren wir dann weiter durch die kurvigen Straßen der Corin Road, wo angeblich eine Rest Area sein sollte. Nachdem wir einen sehr abgelegenen Platz fanden, der allerdings nicht als Rest Area ausgeschildert war, kehrten wir um und fuhren den ganzen Weg zurück zu einer, die wir noch in der Dämmerung gesehen hatten. Etwa 15 km später standen wir dann am Point Hut, ungefähr 10 km südlich von Canberra, wo wir die Nacht verbrachten.

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