Auf an die Südostküste Australiens

193 km bis Batemans Bay + 178 km bis Merimbula

25. September

Heute war unser Ziel die Südostküste des Landes. Von unserer Rest Area aus führte der Kings Highway direkt dorthin und die erste Stadt war Batemans Bay. Von dort aus fuhren wir an der Küste, wo sich uns tolle Blicke auf kleine Hafenstädte und traumhafte Buchten boten, weiter bis nach Merimbula.

Die Rest Area

Gestern waren wir im Tidbinbilla Naturreservat, etwa 44 km südlich von Canberra. Zuerst war der Plan, nach der Besichtigung des Reservats die Hauptstadt zu erkunden. Da wir am nächsten Morgen aber so früh wie möglich an der Küste sein wollten, stoppten wir hier nur, um den Camper voll zu tanken und einzukaufen. Dann ging’s weiter am Flughafen Canberras vorbei (etwa so klein wie Paderborn-Lippstadt) auf den Kings Highway (hier keine Autobahn sondern eine Art Bundesstraße). Auf unserer App hatten wir gesehen, dass auf der gesamten Strecke nur zwei Rest Areas waren. Die nächsten befanden sich erst wieder in Batemans Bay. Wir entschlossen uns dann für den zweiten, da wir ihn noch erreichen konnten, bevor die Dämmerung einsetzte.

Nach etwa 70 km Fahrt erreichten wir dann das Warri Camping Reserve – für eine Rest Area wirklich schön gelegen. Im Gegensatz zu den anderen, die wir bisher gesehen hatten, lag sie nicht direkt an der Straße sondern etwas weiter ab, sie war umrandet von Bäumen und in Fußnähe war ein kleiner Bach, den man bis zu unserem Camper plätschern hörte.

Der Abend und die Nacht waren sehr kalt. Ich hatte beim Wohnmobilverleih extra eine kleine Elektroheizung gemietet, da die ersten Nächste in Perth und Sydney so kalt gewesen waren. Leider funktionierte der Strom in unserem Camper ohne zusätzliche Versorgung ja nicht, also mussten wir uns so warm einpacken, wie wir nur konnten. Aber wir froren trotzdem noch. Auch am Morgen war es noch sehr kalt und nicht einmal der Kaffee konnte uns richtig aufwärmen. Wie froh wir waren, als wir losfuhren und die Autoheizung anstellen konnten!

Die Südostküste

Ungefähr 80 km später erreichten wir Batemans Bay. Ein kleiner Ort an der Südostküste Australiens, der in den Sommermonaten aufgrund des Strandes und des Hafens bestimmt viele Urlauber zählt (zurzeit war es recht leer hier). Wir machten erst einmal einen kurzen Stopp bei McDonalds, um noch einmal einen richtigen Kaffee zu trinken (hier im Camper gibt es nur löslichen!) und um neue Google Maps im WLAN herunterzuladen. Unsere Pläne haben sich seit wir hier sind bestimmt schon vier Mal geändert, deswegen laden wir nun immer nur die Maps für die kommenden Tage herunter.

Danach schauten wir uns den Jachthafen der Stadt an, bewunderten wie viele Millionen hier wohl lagen, halb zugedeckt und komplett verlassen und dann fuhren wir weiter in Richtung Süden, durch Batehaven, Sunshine Bay und viele weitere Küstenstädtchen. Die Sonne schien, es sah nach Sommer aus und man hatte wirklich Lust, die Badesachen anzuziehen und sich in eine der kleinen, einladenden Buchten zu legen. Tatsächlich war es aber viel zu kalt. Außer dick eingepackten Spaziergängern sah man keine Menschen an den Stränden. In unserem Camper hatten wir es zum Glück schön warm… Solange er fuhr zumindest!

 

Bei Moruya (eine kleine Stadt, die angeblich sogar einen Flughafen hat) endete die Küstenstraße und der Princess Highway führte durch dicht bewachsene Wälder und kurvige Straßen weiter in Richtung Süden. Für den heutigen Tag hatten wir kein wirkliches Ziel, wir wollten so viele Kilometer wie möglich schaffen, um uns Melbourne zu nähern. Die Metropole an der Südküste Australiens war aber noch über 700 km weit entfernt. Mit unserer tollen App, die uns alle Campingplätze und Rest Areas anzeigte, hatte ich einige raus gesucht, die schön gelegen waren. Heute Nacht brauchten wir unbedingt einen Campingplatz, da unser Wassertank leer war und auch der Strom musste mal wieder aufgeladen werden. Und so setzen wir uns als grobes Ziel Merimbula.

Die Fahrt hierher führte größtenteils durch Wälder, die insgesamt eine Fläche haben mussten, die größer war als ganz Hessen. Wir fuhren an vielen Eingängen zu verschiedenen Nationalparks vorbei und manchmal überkreuzten wir kleine Bäche oder größere Flüsse, hinter denen sich Lichtungen befanden, die außer weidenden Kühen und Schafen meist komplett leer waren. Es war kaum ein Haus oder eine Farm zu sehen.

Der Campingplatz in Merimbula

In Merimbula angekommen gingen wir erst einmal einkaufen. Wir haben hier sogar schon unseren Lieblingssupermarkt gefunden, den wir immer suchen, egal wo wir sind: Woolworths. Der Markt allein ist fast so groß wie ein kleines Einkaufszentrum! Natürlich gibt es hier auch alles in Übergrößen, zum Beispiel Hähnchenfilets kann man unter 600 g eigentlich gar nicht finden. Für Käseliebhaber wie mich ist es ein kleines Paradies – ich habe noch nie so viele verschiedene Käsesorten gesehen! Etwas problematisch ist es nur, mit einem Camper auf die Parkplätze zu kommen, da sich diese meistens als eine Art Tiefgarage unter den Läden befinden und wir das Größenlimit überschreiten.

Danach probierten wir es bei dem ersten Campingplatz, den ich rausgesucht hatte, er lag direkt am Meer. Und sie hatten sogar noch einen Stellplatz frei! Für 40 australische Dollar (umgerechnet etwa 30 €) konnten wir unseren Camper hier abstellen, den Wassertank befüllen und ihn an den Strom anschließen. Wir konnten von unserer Windschutzscheibe aus sogar das Meer sehen.

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Sowieso war das Merimbula Beach Holiday Resort mehr als nur ein Campingplatz: Wie in einem Hotel gab es hier einen Raum, in dem man Billard, Tischhockey und vieles mehr spielen konnte und einen Kids‘ Club mit Wasserpark – gut, den brauchten wir zwar nicht, aber für die ganzen Familien hier, war das ein tolles Detail. Und Familien gab es hier wirklich viele (es ist gerade Urlaubszeit in Australien)!

Heute Abend war es etwas wärmer als die letzten Abende und wir hofften, dass es so blieb. Da wir mit der tollen Aussicht auf das Meer aufwachen wollten, bauten wir für die Nacht den Schlafplatz im unteren Teil des Wohnmobils auf und als es anfing zu regnen – was hier drinnen sowieso schon sehr laut sein kann – wussten wir, dass die Entscheidung richtig gewesen war. Direkt unter dem Dach hätten wir bestimmt nicht einschlafen können.

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