Roadtrip in Richtung Raymond Island, 318 km

26. September

Heute verließen wir den Bundesstaat New South Wales und fuhren nach Victoria. Unser nächstes Ziel sollte Raymond Island werden. 318 km lagen vor uns, die wir an einem Tag schaffen wollten, um morgen die Insel besuchen zu können, auf der es viele wilde Koalas geben sollte. Etwas über 300 km hört sich jetzt zwar wenig an, hier kann das aber sehr lang werden!

Der Morgen im Merimbula Beach Holiday Resort

Am Morgen regnete es leider immer noch (oder wieder) und es sah auch nicht so aus, als würde sich das Wetter noch bessern. Ein kleiner Trost: Wir wurden von einem Wallaby begrüßt. Ja, natürlich nicht wirklich begrüßt. Als ich unseren Camper öffnete, stand das scheue Beuteltier zwischen den Wohnwagen auf der gegenüberliegenden Seite und aß. Zwischendurch hob es den Kopf an, um zu sehen, wo die Geräusche herkamen und ob sich ihm jemand näherte. Was mich etwas überrascht hat, war, dass sogar die Aussies wie verrückt Fotos machten, ihre Nachbarn raus riefen und ganz aufgeregt waren. Schnell bildete sich eine Traube um das Tier und irgendwann lief es dann leider weg.

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Wie immer befüllten wir noch den Wassertank unseres Campers (30 Liter sind ganz schön schnell aufgebraucht!) und machten uns auf den Weg. Es schien ein besonders kalter Tag mit wenig Sonne zu werden.

Die Fahrt

Wie gesagt, heute war unser einziges Ziel, 318 km zurückzulegen, also waren wir hauptsächlich auf dem Highway und machten nicht oft Halt, um uns etwas anzusehen. Manchmal führte er näher an der Küste vorbei, meist blieb er aber im Hinterland.

Anders als ich es mir vorgestellt hatte, sind zumindest die Teile Australiens, die wir bisher gesehen haben, sehr grün – wahrscheinlich liegt das aber auch an der Jahreszeit. Die unendlichen Straßen, die man sowohl aus Filmen als auch von Fotos kennt, haben wir auch schon gesehen, sie wechseln sich hier aber in einem guten Gleichgewicht mit kurvigeren Straßen, vorbei an urwaldartigen Wäldern und saftig grünen Feldern, ab.

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Ich muss aber dazu sagen, dass wir bisher nur die Straßen in New South Wales (Bundesstaat in dem sich auch Sydney befindet), im Australian Capital Territory (hier liegt Canberra) und ab heute auch in Victoria (u. a. Melbourne) kannten.

Immer wieder auffallend ist aber auf jeden Fall, dass hier sehr wenig bebaut ist. Natürlich gibt es einige Großstädte wie Sydney, Perth und Melbourne – wenn man bedenkt, wie groß der Kontinent ist, aber eher wenige. Viele kleine Städtchen mit 800 bis höchstens 10.000 Einwohnern (die Einwohnerzahl steht hier an vielen Ortsschildern sogar dran!) liegen oft mitten im Nichts zwischen unglaublichen Weiten, auf denen allerhöchstens mal eine Farm zu finden ist. Viele Häuser verfügen auch über mehrere riesige Wassertanks, vermutlich, weil sie vom Trinkwasserversorgungssystem zu weit entfernt sind.

Dass sich in der Nähe (in einem Radius von ca. 4 km) eine Farm oder ein komplett abgelegenes Haus befindet, erkennt man häufig nur daran, dass am Straßenrand der Hauptstraße (ja, direkt auf einer Bundesstraße) plötzlich ein Briefkasten steht, manchmal auch mehrere.

Auch in den kleinen Städten stehen die Briefkästen übrigens am Straßenrand, nicht am Haus. Und den eigentlich typisch amerikanische Wettbewerbwer hat den schönsten Briefkasten der Straße“ scheint es in Australien auch zu geben – von kleinen Modelltraktoren über alte Milchkannen und Bierfässer – die Fantasie kennt hier keine Grenzen!

Unsere Rast in Bemm River

Bereits im Bundesstaat Victoria legten wir nach fast 200 km eine Pause ein. Ich hatte eine kleine Stadt rausgesucht und dachte, wir könnten dort in einem kleinen Café etwas trinken oder essen. Wir fuhren extra 20 km, um an einem schönen Ort an der Küste Rast zu machen. Ich und meine guten Ideen. Glaubt mir, fahrt einfach niemals nach Bemm River. Das kleine Fischerdorf hatte wahrscheinlich 20 Einwohner, alle aus einer Familie, alle Fischer und kein Café (oder irgendetwas anderes). Das einzige schöne war der Hafen (wobei Hafen hierfür schon ein sehr großes Wort ist), wo wir dann auch Rast machten und einen Mann beobachteten, der die Fische ausnahm, die er gerade gefangen hatte. Die Menschen waren bestimmt genauso nett wie im Rest Australiens auch, aber alle schauten uns und unseren Camper schräg an (die haben hier unten wohl noch nie Touristen gesehen – warum auch).

Übernachtung in Paynesville

Wir wussten bereits, dass es in der Nähe von Raymond Island keine Rest Area gab und so hatten wir einen Campingplatz in Paynesville rausgesucht, den wir ansteuerten (nach unserer Rast noch ungefähr 120 km). Der Eagle Point Caravan Park lag wieder direkt am Meer. Die Rezeptionistin meinte, wenn wir Glück hätten, könnten wir am Morgen sogar Delfine sehen (hatten wir nicht). Aber der Ausblick war trotzdem wunderschön.

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