Moonlit Sanctuary – die wilden Tiere einmal ganz nah

29. September

Das Moonlit Sanctuary befindet sich südöstlich von Melbourne und ist ein Tierpark, in dem man die heimische Tierwelt besuchen kann. Hier waren die eigentlich scheuen Tiere den Menschen so gewöhnt, dass man sie füttern und streicheln konnte.

Der Morgen und die Fahrt zum Moonlit Sanctuary

Als wir am Morgen aufwachten, überlegten wir lange hin und her, ob wir überhaupt in den Tierpark fahren sollten, da es in Strömen regnete. Um 10 Uhr mussten wir den Campingplatz verlassen. Angeblich sollte es nur bis 9 Uhr regnen und sich danach etwas auflockern – das tat es ganz eindeutig nicht. Da wir aber noch 37 km fahren mussten, entschlossen wir uns, es erst einmal zu versuchen.

Dort angekommen regnete es zwar nicht mehr, aber der Himmel war bedeckt und es sah eher nach Regen aus als nach schönerem Wetter. Am Eingang wurde uns aber versichert, dass der Regen den Tieren gar nichts ausmachte und sie sogar aktiver wären als bei Sonne und Wärme. Also gingen wir dann doch in den Park.

Die Tierwelt im Moonlit Sanctuary

Zunächst spazierten wir an einigen Vogelkäfigen vorbei, in denen wir typisch australische Vögel wie Papageien (die hatten wir hier tatsächlich schon öfter frei umher fliegen sehen) begutachten konnten. An jedem Gitter hing eine kleine Tafel, auf der das jeweilige Tier abgebildet war, sein Lebensraum, die Bedrohungsstufe in freier Natur, seine Feinde und seine Beute.

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In einem Stall, der nach oben hin offen war, konnten wir Wombats sehen – die ersten lebenden, die wir überhaupt sahen, seit wir hier waren. Die kleinen Tiere hatten eine gewisse Ähnlichkeit mit Schweinen und schienen gar nicht so ungefährlich zu sein (zumindest laut der Schilder im Park). Als wir an ihnen vorbei gingen, schliefen sie in Röhren, die in ihrem Stall aufgebaut waren – die wollten bestimmt auch nicht nass werden!

Die nächste Station waren dann die Koalas. Wir hatten extra etwas mehr bezahlt, um einmal im Leben einen Koala knuddeln zu können. Hinterher tat es uns für das kleine Tierchen etwas leid, da natürlich viele Besucher genau dafür Geld bezahlt hatten. Aber das schien es nicht weiter zu stören, solange es seinen Eukalyptus zum Knabbern hatte. Auf den Arm durfte ich Victor (komischer Name für einen Koala) leider nicht nehmen. Er saß an einem kleinen Baum, kaute an seinem Grünzeug und ich durfte zu ihm gehen, ihn streicheln und Fotos mit ihm machen. Für ihn war es wahrscheinlich auch besser so. Wegen des Regens war heute zwar nicht so viel los, aber wenn die ganzen Menschenmassen im Sommer kommen und ihn auf den Arm nehmen würden, wäre das bestimmt viel zu viel Stress für das eigentlich so scheue Tier.

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Victor war 1 ½ Jahre alt und noch nicht ausgewachsen. Es interessierte ihn gar nicht wirklich, dass ich neben ihm stand, und ich musste mich stark zusammenreißen, dass ich ihn nicht auf den Arm und mit nach Hause nahm. Sein Fell fühlte sich genauso an, wie es aussah: flauschig, kuschelig und weich – halt genau wie bei einem Teddybär. Hinzu kam, dass er von nahem noch niedlicher war als von weitem.

Irgendwann musste ich mich leider von dem Kleinen verabschieden. Für alle, die nicht an dem Encounter (Treffen) mit einem Koala teilgenommen haben, gab es natürlich trotzdem noch genügend Koalas zu sehen. Ungefähr 6 weitere saßen in den Eukalyptusbäumen in diesem Teil des Parks.

Als wir weiter liefen, kamen wir zu einer Känguru und Wallaby Rest Area. Ja genau, eine Rest Area, aber schöner als die, auf denen man campen durfte (hier hätte ich aber auch gerne mein Nachtlager aufgeschlagen). Tatsächlich befanden sich hier alle Kängurus und Wallabys des Moonlit Sanctuarys – ohne Zaun. Die Beuteltiere waren allesamt an den Menschen gewöhnt und hatten daher nur wenig bis gar keine Angst.

Am Empfang hatten wir Futter für die Beuteltiere gekauft und als ich es rausholte, kamen schnell einige zu mir, um davon zu naschen. Die Wallabys waren etwas ängstlich, aber wenn man sich langsam bewegte, ließen sie sich füttern und streicheln. Ihr Fell war sehr weich und kuschelig und sie sahen so niedlich aus, dass ich auch von ihnen am liebsten eins mitgenommen hätte. Sobald sie sahen, dass ich Futter in ihre Richtung hielt, kamen sie langsam und vorsichtig angesprungen, wobei sie (anders als Kängurus) nicht nur auf den Hinterbeinen sprangen. Sie stützten ihre Vorderpfoten auf dem Boden ab und sprangen dann ein Stück nach vorn (ähnlich wie im Sportunterricht, wenn wir über einen Bock springen mussten). Mit ihren Vorderpfoten griffen sie aber auch nach Essen. Ein Wallaby hielt sogar meine Hand auf, um besser an das Futter zu kommen.

 

Warum ein Känguru überhaupt Angst vor Menschen hat, kann ich nicht verstehen. Ich bin mir sicher, dass viele von ihnen sehr viel stärker sind als viele von uns. Hier waren mindestens zwei, die ich sah, die größer waren als ich – ich bin zwar klein (keine 1,60 m groß), aber diese Tiere waren wirklich groß. Angst musste man vor ihnen aber nicht haben, das sagte ein Blick in ihr treues und niedliches Gesicht.

 

 

Auch sie waren sehr glücklich, als ich sie fütterte und sie konnten es gar nicht abwarten. Innerhalb weniger Sekunden war meine Hand leer. Und die schlauen Beuteltiere wussten genau, wo das Futter herkam, sie sahen die Tüte und wollten direkt weiterfuttern. Auch sie ließen sich streicheln, sie waren überhaupt nicht scheu und auch ihr Fell war sehr weich und kuschelig – die Aussies haben schon echt niedliche Tiere in ihrem Land.

Nach der Rest Area sahen wir noch einen Tasmanischen Teufel (der auch schlief), einige Echsen und Schildkröten, die sich trotz des schlechten Wetters zeigten, zwei Adler und weitere Vögel (hauptsächlich Papageien). Zwischendurch kam sogar die Sonne raus, aber leider regnete es überwiegend und wir waren ziemlich nass, als wir den Park verließen. Trotzdem war es ein wunderschöner Tag und es hat sich wirklich gelohnt, das Moonlit Sanctuary zu besuchen. So nah werden wir diesen ganzen niedlichen Tieren sobald bestimmt nicht wieder kommen.

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