Von Yarram nach Phillip Island (162 km)

27. – 28. September

Nachdem die direkt am Strand gelegene Rest Area, die ich rausgesucht hatte, ein Reinfall war, übernachteten wir auf einem Campingplatz in Yarram und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Phillip Island.

Die Rest Area in McLoughlins Beach

Als wir Raymond Island verlassen hatten, suchte ich eine schöne Rest Area raus, die am Strand in einem kleinen Städtchen namens McLoughlins Beach lag. Es lag zwar grob in der Richtung, in die wir wollten (Melbourne) aber wir mussten einige zusätzliche Kilometer fahren, um dorthin zu kommen.

Da wir nichts mehr zu trinken hatten, hielten wir 20 km vor dem Ziel bereits Ausschau nach einem Supermarkt, fanden aber keinen. Wir dachten, spätestens in McLoughlins Beach musste es ja einen geben. Falsch gedacht. Alles, was es in dem kleinen Dorf gab, war ein Schild mit einem Rettungsplan, falls es brannte. Ich hätte in dem flachen und gefühlt unter dem Meeresspiegel liegenden Dorf ja eher Angst vor einer Überflutung gehabt, aber gut.

Brände scheint es in ganz Australien sowieso sehr viel öfter zu geben, als bei uns davon berichtet wird. Nicht nur, dass wir schon öfters an riesigen Gebieten vorbei gefahren sind, in denen es eindeutig in den letzten Monaten gebrannt haben musste, immer wieder findet man Schilder, auf denen das Brandrisiko für die Region eingeschätzt wird.

img_4856.jpg

 

In McLoughlins Beach gab es ein solches Schild zwar nicht, aber wie gesagt einen Rettungsplan, der in der Mitte des Dorfs ausgehangen war. Und dann war da die Rest Area – oder auch nicht. Es gab einen Parkplatz mit Bänken, aber als Möglichkeit zum Campen war er nicht gekennzeichnet und wildcampen durfte man in Australien ja nicht. Wieder eine meiner grandiosen Ideen, ähnlich wie bei Bemm River, nur dass diesmal bereits die Dämmerung einsetzte, die Zeit in der besonders viel Wildlife (Kängurus, Wombats usw.) die Straßen überquerte. Die nächste Rest Area war 45 Minuten weit entfernt. Trotzdem fuhren wir erst einmal in diese Richtung – was sollten wir auch sonst tun?

IMG_4866
Die schöne Aussicht unterwegs war auf jeden Fall ein Trost.

 

153 km von Paynesville bis Yarram

Unterwegs waren in Richtung Yarram Campingplätze ausgeschildert. Ja, Yarram lag trotz des Namens in Australien und nicht in Ägypten. Bei den Straßen- und Ortsnamen hier wundert uns auch schon gar nichts mehr. Worte wie Moruya, Wonthaggi, Wonggong oder Tidbinbilla (allesamt Städte in Australien) hörten sich ja auch nicht wirklich englisch, sondern eher afrikanisch an und sind wahrscheinlich auch das einzige, was in diesem Teil des Kontinents von den Ureinwohner übrig geblieben ist. So vielleicht auch Yarram.

Da die Kleinstadt nur noch einen Kilometer entfernt war, entschieden wir uns, hier auf einem Campingplatz zu übernachten.

Der Morgen im Yarram Camping Resort

Die Sonne war schon wieder weg, es regnete und es war wirklich kalt. Ich freute mich auf eine heiße Dusche, bevor wir los fuhren. Leider war das ein kurzes Vergnügen – das heiße Wasser war schnell alle und ich habe unter einer Dusche noch nie so sehr gefroren wie in diesem Moment. Man muss sich die Baderäume auf einem Campingplatz wie in einer Jugendherberge vorstellen, nur dass die Gebäude gebaut sind, um viel Wind hineinzulassen und möglichst viel Wärme draußen zu halten (wahrscheinlich wegen der heißen Sommer). Bei unter 15 Grad, kaltem Wind und noch kälterem Wasser war das dann nicht mehr so lustig! Und der Tag sollte so kalt bleiben.

Auf nach Phillip Island

Da wir morgen das Moonlit Sanctuary südöstlich von Melbourne besuchen wollten, suchten wir uns ein Ziel dort in der Nähe. Melbourne selbst wollten wir uns noch nicht ansehen, da wir dort am Ende unserer Tour sowieso hin mussten und so wollten wir in den nächsten Tagen nur an der Metropole vorbei fahren. Wir suchten uns Phillip Island heraus – eine Insel die laut Google Maps mit dem Festland verbunden war. Ob es hier etwas Sehenswertes gab, wussten wir noch nicht.

Fast die gesamte Strecke lang regnete es, mal stärker, mal schwächer. Obwohl wir 162 km zurücklegten, änderte sich an dem Wetter leider nicht viel. Unsere Fahrt führte vorbei an den grünsten Bergen und Feldern, die ich je gesehen habe (vielleicht auch, weil man bei uns einfach nicht so weit gucken kann). Trotz des Regens hatten wir eine wunderschöne Aussicht, die sich sogar noch verbesserte, als wir uns der Insel näherten. Auf der linken Seite, der Seite des Festlandes, waren Felder und eine kleine Stadt, die an einen Berg gebaut war und bis an die Küste reichte, wo sie hauptsächlich aus einem Jachthafen mit Cafés und Restaurants bestand. Rechts konnte man das Meer und einen Teil der Insel sehen, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden war (Google Maps hatte recht!)

Da wir eigentlich gar nicht so richtig wussten, was es hier zu sehen gab, fuhren wir einfach zum anderen Ende der Insel. Und dort gab es auch tatsächlich etwas: das Nobbies Centre. In dem Centre selbst gab es eine Antarktisausstellung (wir sind in Australien, die hat uns also nicht so sehr interessiert) und ein Café. Davor konnte man sich auf einem Aussichtspunkt eine kleine Hügelinsel im Meer ansehen.

nobbies.jpg

 

Bereits entlang der gesamten westlichen Küste, die dorthin führte, fanden sich Aussichtspunkte, die auf Strände, Klippen und den unruhigen Ozean zeigten. Aussichten, die auf Fotos nicht eingefangen werden konnten (wie so oft) und die man gesehen haben musste, wenn man sich an diesem Teil der Welt befand – und dabei waren wir nur zufällig hier. Schade, dass das Wetter heute nicht mitgespielt hat.

IMG_4910

Campingplatz in Pakenham

Heute Nacht wollten wir erneut auf einer Rest Area übernachten. Auf dem Princess Highway, der nach Melbourne führte, waren laut unserer App sechs Stück. Tatsächlich war da gar keine. In unserer App wurde zum Beispiel vorgeschlagen, auf einer Tankstelle zu campen (ich habe sogar in der Tankstelle nachgefragt: absolut verboten!). So fuhren wir also weiter in Richtung Melbourne und dann beim ersten Campingplatzschild ab. Der Pakenham Caravan Park hatte dann auch glücklicherweise noch einen Stellplatz für uns frei.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.