Great Ocean Road I – die berühmte Küstenstraße Australiens

Geelong, 135 km – Torquay 22 km – Apollo Bay 153 km (mit Umweg)

30. September

Neben Rottnest Island das einzige Ziel, das wir von Anfang an hatten und nie aus den Augen verloren haben: die Great Ocean Road. Heute erreichten wir die 243 km lange Küstenstraße, die eines der beliebtesten und bekanntesten Ziele unter den Touristen, die Australien besuchen, ist.

Der Barwon River Holiday Park

Nachdem wir das Moonlit Sanctuary gestern verlassen hatten, fuhren wir gar nicht erst zu einer Rest Area, sondern direkt auf einen Campingplatz. Leider lud ab diesem Zeitpunkt die App mit den Campingplätzen keine Karten mehr. Die Übernachtungsmöglichkeiten waren weiterhin eingezeichnet, aber wir konnten nicht mehr erkennen, wo sie waren. Blind fuhren wir dann also los.

Der erste Campingplatz, den wir ansteuerten, war voll und so fuhren bis in das 135 km weit entfernte Geelong. Der Vorteil: Wir näherten uns der Great Ocean Road! Da es im Barwon River Holiday Park nur Plätze mit Stromversorgung gab, genossen wir zum ersten Mal die Wärme, die uns unsere kleine Elektroheizung spendete. Auch die Baderäume waren hier besonders warm, da sie keine Kälte von draußen hineinließen und sogar Heizstrahler an der Decke hatten – ein absoluter Traum. Wir konnten uns so richtig schön aufwärmen. Nach dem sehr kalten und verregneten Tag im Freien war das wirklich eine Wohltat!

Am Morgen sah das Wetter dann schon wieder etwas freundlicher aus. Zwar nicht lange, aber immerhin sahen wir mal wieder ein paar Sonnenstrahlen. Es konnte weiter gehen, das Ziel war klar: die Great Ocean Road.

Die Great Ocean Road

The Gate to the Great Ocean Road – das Tor zur Great Ocean Road befand sich in Torquay. Nach nur 22 km erreichten wir die Stadt und – wer errät es? – wir verfuhren uns erst einmal. Die gesamten 22 km, die wir bis hierher zurückgelegt hatten, waren mit Schildern zur Great Ocean Road versehen, in Torquay selbst schickten sie uns zum Wasser, zu einem wunderschönen Strand, der ein wahres Paradies für Surfer sein musste: riesige Wellen und keine Steine im Wasser. Natürlich sahen wir auch sehr viele Surfer, wie sie auf den Wellen ritten oder auf die nächste, perfekte Welle warteten.

 

Nach dem traumhaften Strand endete die Straße dann in einer Sackgasse. Das konnte nicht richtig sein. Zwei Mal drehten wir um und versuchten erneut einfach nur den Schildern zu folgen. Am Ende schalteten wir Google Maps ein, gaben die nächste Stadt an der Küstenstraße ein und plötzlich fanden wir das Tor, das zur Great Ocean Road führte.

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Von dort aus war es aber sehr leicht und selbst wir konnten nichts mehr falsch machen. Zunächst führte die Straße wieder zurück ins Hinterland, aber nur ganz kurz, bevor sie sich dann ab Anglesea nur noch direkt an der Küste entlang schlängelte. Wunderschöne, lange Strände, kleine Buchten und mit Wäldern bewachsene Klippen wechselten sich ab und ergaben zusammen ein perfektes Bild. Immer wieder sahen wir vereinzelte Häuser, die in die Berge gebaut waren und einen Ausblick haben mussten, von dem man nur träumen konnte. Auf das Meer, die Wellen, die an die Klippen schlugen und die Strände.

 

Wir hatten eine Karte der Great Ocean Road, auf der alle besonderen Ecken und Aussichtspunkte entlang der Straße markiert waren und so wussten wir ungefähr, wo wir Halt machen wollten.

Nachdem wir uns in Torquay bereits den Surferstrand angesehen hatten, war unser nächster Halt am Split Point bei Lorne. Hier gab es einen Leuchtturm zu besichtigen und man konnte die Küste sowohl auf der westlichen als auch auf der östlichen Seite bewundern. Und hier schien sogar zwischendurch die Sonne!

 

Und weiter ging’s. Das nächste Ziel waren die Stevenson Falls, die im Hinterland lagen und so verließen wir die Küstenstraße kurz. Die Wasserfälle waren 27 km von der Great Ocean Road entfernt und die Straße führte in die Berge, war sehr kurvig und teilweise sehr kaputt. Immer wieder sahen wir Schilder, die Wohnmobilen bestimmte Strecken versagten, aber unsere Straße betraf das nicht und wir hofften, dass nicht an irgendeiner Stelle ein solches Verbot für den Weg zu den Stevenson Falls kommen würde. Im Nachhinein kann ich sagen: Wäre es doch mal gekommen.

Die Straßenverhältnisse (die bis hierhin schon schwierig waren) verschlechterten sich und ich suchte nach dem Schild, das Campern den Zutritt verbat, aber da war keines. Wir fuhren also weiter, obwohl der Camper gefühlt mehr über die Straße hüpfte, als dass er fuhr. Seltsamerweise kamen uns keine Autos mehr entgegen (sprach ja nicht so sehr für die Wasserfälle), was aber auch gut war, denn die Straße war so eng, dass wir nicht einmal mehr am Rand hätten halten können, um ein anderes Auto durchzulassen.

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Diesmal waren wir uns sicher, dass wir nichts falsch gemachten: Alle Schilder sorgfältig beachtet, Google Maps von Beginn an eingeschaltet, das hier war tatsächlich der richtige Weg. Als wir anfingen wirklich daran zu zweifeln, dass dies eine geeignete Straße für ein Wohnmobil war, sahen wir ein Schild: Campingplatz in 300 Metern! Tief im Loch, zwischen all den Bergen, die wir gerade hoch und runter gefahren waren und mitten im Wald befand sich die erste Rest Area, die wir seit Tagen gesehen hatten. Allerdings sah die Kulisse hier auch so aus wie der Anfang eines jeden Horrorfilmes, der im Wald spielte. Wir wollten hier also nicht übernachten, aber viele andere scheinbar schon. Mehrere Campingwagen und Zelte waren hier aufgebaut und Menschen saßen um Lagerfeuer herum (vielleicht waren sie aber auch nur die, auf die die armen Hauptdarsteller im Horrorfilm trafen und von denen sie dann verfolgt wurden).

Das nächste Problem: Die Wasserfälle lagen an einem Wanderweg, der mit einer Dauer von 2-3 Stunden ausgeschildert war – das hätten sie auch ruhig einmal auf der Karte erwähnen können! Wir hatten bereits 15 Uhr und um noch im Hellen wieder an der Küste ankommen zu können, war diese Wanderung zu lang. Schnell verließen wir den abgelegenen Ort wieder. Ganz umsonst waren die 54 zusätzlichen Kilometer dann aber doch nicht, denn der urwaldartige Wald war sehr beeindruckend.

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Als wir wieder an der Great Ocean Road angekommen waren, waren wir so froh und erledigt, dass wir uns direkt einen Campingplatz in Apollo Bay suchten.

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