Roadtrip nach Ballarat, 296 km

03. Oktober

Heute verließen wir die Küste und machten uns wieder auf ins Hinterland. Vorbei an einem Gebirgszug des Grampians National Park in Richtung Ballarat (296 km).

Die Fahrt nach Hamilton

Nach einer stürmischen und verregneten Nacht schien heute Morgen wieder die Sonne und zwei Koalas kuschelten sich an die Eukalyptusbäume genau vor unserem Camper. So niedlich! Beim Kaffee überlegten wir uns, wohin wir nun fuhren. Wir hatten eigentlich einmal vorgehabt, noch nach Adelaide zu fahren, aber die Stadt war noch über 600 km entfernt und wir mussten ja dann wieder zurück nach Melbourne – eine Metropole, die wir auch noch sehen wollten, bevor am Sonntag unser Heimflug dort starten würde. Soviel Zeit blieb uns also leider nicht mehr.

Und so machten wir uns auf in das 89 km entfernte Hamilton. Kaum hatten wir die Küste hinter uns gelassen, zog sich der Himmel zu und es wurde kalt. Die Fahrt entlang zahlreicher Felder und Schafe (Kängurus hatten wir schon lange nicht mehr gesehen!) verging sehr schnell und als wir in der kleinen Stadt ankamen, steuerten wir direkt auf ein McDonalds zu, um in dessen WLAN herauszufinden, was man hier so unternehmen konnte.

Leider war das gar nicht mal so viel. Hier in der Nähe gab es hauptsächlich Museen (nichts für uns) und Wanderrouten, für die das Wetter zu schlecht gewesen wäre (wobei wir wahrscheinlich auch bei besserem Wetter nicht unbedingt gewandert wären). So besuchten wir die einzigen Wasserfälle, zu denen wir nicht 2 Kilometer hätten laufen müssen. Die Nigretta Falls lagen nur 16 km entfernt von der Stadt. Und der Ausflug hat sich auch tatsächlich gelohnt! Es gab Aussichtspunkte am Fuß, auf halber Höhe und ganz oben.

 

Nach dem kurzen Stopp in Hamilton ging es dann weiter in Richtung Ballarat – hier gab es wohl mehr Dinge, die wir unternehmen konnten. Die 194 Kilometer lange Fahrt war auch schon sehr viel interessanter. Wir durchkreuzten viele kleine, niedliche Städtchen mit typisch australischen Häusern (pastelfarbene Häuser mit nur einem Stockwerk, einer kleinen Veranda mit einladender Sitzecke und einem Vordergarten mit kleinem Fußweg zum Haus). Wir fuhren an einem imposanten Gebirge vorbei, dem wir zwischenzeitlich in Dunkeld etwas näher kamen. Die Berge schienen zum Grampians National Park zu gehören.

Die Sache mit den Rest Areas

Ich muss ja sagen, aufgrund der Kälte würden wir heute Nacht sowieso auf einem Campingplatz übernachten wollen (da sonst ja die Elektroheizung nicht funktionierte), aber ich war schon ein wenig enttäuscht davon, dass es hier nur so wenige Rest Areas gab. Man war wirklich gezwungen, auf einem Campingplatz zu übernachten – was manchmal mit über 40 $ die Nacht gar nicht so günstig war. Seit fast 1 1/2 Wochen hatten wir auf unserer Tour keine ausgeschilderte Rest Area mehr gesehen, auf der man auch tatsächlich übernachten konnte (außer der einen, mitten im Wald, die an einen Horrorfilm erinnerte, aber die war doch schon sehr weit abgelegen).

Da Wildcampen hier absolut verboten war, musste man sich ja auch sicher sein, dass es tatsächlich erlaubt war, dort die Nacht zu verbringen und in New South Wales waren sie auch immer gekennzeichnet gewesen. Vielleicht sahen wir das auch enger, als es tatsächlich war, aber uns wurde hier von mehreren Seiten geraten, nur auf deutlich gekennzeichneten Rest Areas zu campen.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang dann auch, dass wir überall unterwegs auf Schilder trafen, mit denen der Bundesstaat Victoria alle Fahrer darauf aufmerksam machte, wie gefährlich es war, weiterzufahren, wenn man müde war. Dort standen dann Sätzen wie müde Auto fahren tötet oder fahr nicht, wenn du müde bist, halt an und schlaf eine Runde. Aber eine Rest Area, um genau diesem Rat zu folgen, wurde dann nicht angeboten. Wie gesagt, vielleicht sahen wir das ja alles doch etwas zu eng…

Der Campingplatz

Als wir in Ballarat ankamen, hatte es angefangen zu regnen und es war sogar noch kälter geworden. Ich glaube fast, dass es im Moment tatsächlich nur in Küstenregionen warm war. Wir suchten uns direkt einen Campingplatz (wie gesagt, es wäre sowieso zu kalt für eine Rest Area), da es wenig Sinn machte, sich noch etwas anzuschauen.

Der BIG4 Ballarat Goldfields Holiday Park war mit Hüpfburgen und anderen Aktivitäten für Kinder ein kleines Paradies für Familien. Und auch für mich hatten sie etwas ganz Besonderes: eine Bodenheizung in den Baderäumen! Stellt euch vor, ihr kommt mitten im Winter in die Therme und merkt zum ersten Mal, wie euch die warme Luft umgibt. Genau so habe ich mich gefühlt, als ich dort hinein kam – ich habe dort, glaube ich, eine ganze Stunde verbracht, bevor ich mich selbst gezwungen habe, den schönen, warmen Raum wieder zu verlassen! Aber die Elektroheizung spendete uns dann auch den restlichen Abend genügend Wärme in unserem Camper.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.