Der Ballarat Wildlife Park und die letzten 78 Kilometer des Roadtrips

04. Oktober

Da wir einfach nicht genug von den niedlichen Tieren hier bekommen konnten, besuchten wir heute einen weiteren Tierpark, den Ballarat Wildlife Park. Danach begaben wir uns dann auf unsere letzte Tour in diesem Urlaub, die letzten 78 Kilometer in Richtung Melbourne.

Der Ballarat Wildlife Park

Ein weiterer verregneter Morgen mit grauem Himmel ließ uns mal wieder überlegen, ob es überhaupt so schlau war, einen Tierpark zu besuchen. Der Wetterbericht sagte zwar keinen weiteren Regen voraus, aber das kannten wir ja schon von dem Tag, an dem wir das Moonlit Sanctuary besucht hatten. Wir wussten aber auch, dass dies womöglich unsere letzte Chance in diesem Urlaub war, ein paar der niedlichen, australischen Tiere zu sehen – also fuhren wir zum Ballarat Wildlife Park. Auch hier konnte man Kängurus füttern und Koalas bewundern. Darüber hinaus gab es ein Reptilienhaus, Pinguine, Dingos, Alpakas und verschiedene Vogelarten.

Känguru Rest Area

Direkt hinter dem Eingang warteten die ersten Kängurus auf uns. Und sie warteten wirklich – sie standen genau auf dem Gehweg und forderten regelrecht das Futter, das wir für sie dabei hatten. Einige konnten es auch gar nicht abwarten, liefen auf uns zu und suchten nach den braunen Papiertüten, die sie schon so gut kannten. Der Park war noch groß, aber ich konnte natürlich auch nicht anders, als sofort die halbe Tüte an die hungrigen Tiere zu verfüttern.

Und hier ein Grund, warum man die großen Beuteltiere nicht unterschätzen sollte: Beim Füttern setzte ich mich kurz auf eine Bank – mein erster Fehler. Als dem Känguru das bisschen Futter auf meiner Hand nicht genug war und es gleich die ganze Tüte wollte, hielt ich diese einfach etwas höher (blöd von mir, denn das Känguru war größer als ich) – zweiter Fehler. Und der dritte Fehler: Als es seine Vorderpfoten auf meine Beine legte und sich darauf abstützte, stand ich nicht auf. Es biss in die Tüte, die dann natürlich aufging, das Futter verteilte sich auf mir, der Bank und dem Boden und das Känguru fraß genüsslich ein Stück Papier und sah mich zufrieden an. Außer einem kleinen Jungen, dem wohl das gleiche mit dem Tier passiert war, hatte das zum Glück keiner gesehen.

Reptilienhaus

Gleich neben der Rest Area der Kängurus befanden sich die Gehege der sehr aktiven Erdmännchen und der etwas weniger aktiven, dafür aber riesengroßen Schildkröten – an einer Informationstafel stand, dass diese Rasse bis zu 240 kg schwer werden konnte! Im Reptilienhaus konnten wir uns verschiedene Schlangen- und Echsenarten in Terrarien ansehen. Schilder verrieten uns, in welchen Ländern sie eigentlich lebten, wovon sie sich ernährten und wie giftig sie waren. Dass es giftige Schlangen gibt, ist ja bereits bekannt, was ich aber zuvor nicht wusste: Auch der Biss mancher Echsenarten kann einen Menschen töten – wieder was dazu gelernt.

 

Junge Krokodile und Alligatoren, die, obwohl sie noch so klein waren, schon gefährlich aussahen, wurden auch in Terrarien gehalten. Die Ausgewachsenen fanden wir dann in Gehegen hinter dem Reptilienhaus und in einem großen Becken im Inneren. Die meisten von ihnen kamen aus verschiedenen Teilen Nord- und Südamerikas und ein besonders großes Krokodil lebte im Norden Australiens. Wie es da lag, sehr viel größer, als ich es mir vorgestellt hätte, sah es ein wenig so aus, als würde es auf frische Beute warten. In freier Wildbahn wollte ich nicht auf dieses Tier treffen!

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junges Krokodil

Koalas und Pinguine

Die nächste Station war schon wieder viel niedlicher: Hier gab es Koalas! Die kleinen, kuscheligen Bärchen saßen auf den Stämmen und waren, wie fast immer, am Essen. Außerdem waren sie sehr aktiv und gar nicht so schläfrig, wie wir sie bisher kannten (Rollentausch mit den Kängurus, die hier größtenteils nur auf der Wiese lagen). Sie sprangen von einem Ast zum anderen, liefen ein wenig darauf rum und suchten sich immer wieder einen neuen Ort mit Eukalyptusblättern.

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Nach den Koalas ging es weiter zu der kleinsten Pinguinart, die es gibt und die hier in Australien zu Hause ist. Das Gehege bestand aus einem Schwimmbecken, einem kleinen Strand mit verschiedenen Pflanzen und einem Rückzugsort für die Tiere, wo wir sie nicht sehen konnten – die meisten hielten sich natürlich dort auf. Drei der niedlichen, kleinen Wasservögel liefen aber draußen durch die Gegend. Zwischendurch sah es so aus, als würden sie sich streiten und manchmal watschelten sie alle synchron hinter einander her – so süß! Durch ein seitliches Fenster konnten wir auch beobachten, wie schnell sie durch das Wasser schwimmen konnten.

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Dingos neben einer Rest Area mit Kängurus, Alpakas und Emus

In diesem Park sahen wir auch einmal Wombats, die wach waren! Obwohl sie irgendwie aussahen wie eine Kreuzung zwischen einem kleinen Schweinchen und einem Hund, waren sie doch ganz niedlich.

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Wir liefen an verschiedenen Vogelarten vorbei und kamen dann zum Gehege der Dingos. Die gefährlichen Tiere sahen etwas aus wie eine Mischung aus einem Husky und einem Wolf mit beigefarbenem Fell. Und sie bellten genau wie große Hunde. Die Kängurus, die in freier Wildbahn eigentlich zur Beute dieses Tieres gehörten, schien das Gebell hier überhaupt nicht zu interessieren und sie lagen friedlich nebenan auf der Wiese.

Neben Kängurus gab es in dieser Rest Area auch noch zwei Alpakas und einige Emus, die immer ankamen, wenn ich eines der Beuteltiere füttern wollte – nervige Vögel (wobei alle anderen Besucher des Parks sie sehr viel interessanter fanden als die niedlichen Kängurus).

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Nach der großen Rest Area gab es noch zwei Tasmanische Teufel und ein Baumkänguru, das tatsächlich in den Bäumen Neuguineas lebte. Als wir dann eine Runde gelaufen waren, tranken wir einen Kaffee und entschieden uns, noch einmal durch den Park zu laufen – schließlich war es das letzte Mal, dass wir diese Tiere sehen konnten.

Der Campingplatz an der Autobahn

Als wir uns dann schweren Herzens von unseren Tieren getrennt hatten, begaben wir uns auf unsere letzte Fahrt außerhalb der Stadt. Die letzten 78 Kilometer unseres Roadtrips. Das Ziel war der Sundowner Caravan Park, der in Rockbank (kurz vor Melbourne) gelegen war. Dort angekommen, durften wir uns irgendwo auf eine große Rasenfläche stelle. Glücklicherweise waren keine Stellplätze mit Stromversorgung mehr frei, sonst wären wir drei Nächte hier geblieben – eine hat gereicht.

Vorstellen könnt ihr euch diesen Campingplatz ein wenig wie den Trailer Park, den Eminem in seinen Liedern beschrieb und in seinem Film darstellte: Hier wohnten mehr Menschen, als es Touristen gab, die Wohnwagen sahen runtergekommen aus und die Bewohner ungepflegter als ihre Trailer – wahrscheinlich waren sie trotzdem genauso nett, wie alle anderen Australier, aber seltsam wirkten sie trotzdem.

Den Abend verbrachten wir dann mit der Suche nach einem Supermarkt – da wir in den nächsten drei Dörfern keinen fanden, landeten wir zum Abendessen dann im Tankstellen-McDonalds (im WLAN fand ich dann heraus, dass der nächste Supermarkt tatsächlich erst in Melbourne gewesen wäre). Die Nacht auf der freien Wiese war kalt und windig und wir waren froh, dass wir am nächsten Morgen einen neuen Campingplatz suchen konnten.

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