Der Weg ist das Ziel: Ausflug in den Westen

La Aldea de San Nicolás – Puerto de las Nieves – Valle de Agaete – über Las Palmas zurück in den Süden, 189 km

Unseren ersten Ausflug machten wir in den Westen der Insel. Ein direktes Ziel hatten wir zwar nicht, aber wir wollten durch das Agaete-Tal fahren, das als eine der grünen Oasen Gran Canarias und damit auch für seine Flora und Fauna bekannt ist.
Da die Wege hierher lang und teilweise beschwerlich sind, verirren sich nur selten andere Touristen hierher – was ich persönlich sehr angenehm fand. Ganz im Gegenteil zum Süden stehen also keine Hotels an jeder Straßenecke und die meisten Geschäfte und Restaurants sind nicht auf den Tourismus ausgerichtet.

Kurvige Fahrt nach San Nicolás

Am Morgen starteten wir im Süden auf der Autobahn in Richtung Mogán. Kurz vor der Kleinstadt – und größten Stadt im Südwesten der Insel – endete die Autobahn und wir fuhren vorbei an kleinen, typisch spanisch Dörfern auf einer für kanarische Verhältnisse sehr gut ausgebauten Straße, die hinter Mogán dann endete. Die restliche Strecke bis nach La Aldea de San Nicolás führte direkt durch die Berge, mal nach oben und mal nach unten. Rechts und links konnten wir hohe, steile, aus Vulkanstein geformte Berge, Klippen und Schluchten begutachten. Eine Sehenswürdigkeit unterwegs waren die Azulejos – ein von der Natur geschaffenes grünblaues Kunstwerk inmitten der Felswände, das auf Erosionen und Einlagerungen zurückzuführen ist.

Puerto de la Aldea ist ein kleiner Fischerort, der von Bergen und einer rauen Steilküste umgeben ist. Hier kann man neben zahlreichen, kleinen, spanischen Restaurants einen Steinstrand und einen Hafen besuchen. Wir konnten sogar beobachten, wie ein Fischerboot seinen Fang auslud und am Horizont sahen wir die Nachbarinsel Teneriffa. Nach einer kleinen Ess- und Trinkpause ging es dann über die neue Autobahn, die durch einige Berge gebaut wurde, weiter nach Agaete.

Grünes Agaete

Umso mehr wir uns dem Norden näherten, desto schlechter wurde auch das Wetter. Die Temperaturen sanken und dicke Wolken kamen auf. Es war trocken und noch immer mehr als 15 Grad wärmer als in Deutschland – da wir uns aber mittlerweile an die Wärme gewöhnt hatten, froren wir trotzdem.

Der zu Agaete gehörende Fischerort Puerto de las Nieves ist einst das Ausflugsziel vieler Touristen gewesen. Im Wasser vor dem Hafen befand sich der Dedo de Dios „Finger Gottes“ – eine natürliche Felsformation, die an einen mahnenden Finger erinnerte. Das Wahrzeichen der Insel wurde 2005 vom Tropensturm Delta zerstört und zurück blieb lediglich der untere Teil des Felsens. Heute glänzt der kleine Ort vor allem durch viele kleine Fischrestaurants und dient, wie auch früher schon, als Fährhafen für Fred Olsen, die Autofähre, die täglich mehrmals zwischen Gran Canaria und Teneriffa pendelt. Auch hier kamen wir zum richtigen Zeitpunkt an und konnten beobachten, wie die Fähre in den Hafen lief, Autos raus und rein fuhren und sie wieder in Richtung Teneriffa startete.

Nachdem wir den Hafen verließen, fuhren wir in das Valle de Agaete, das Agaete-Tal. Obwohl Gran Canaria in den Wintermonaten schon recht grün ist, kann nichts diesen Ort übertreffen. Eine 14 Kilometer lange Oase mit den verschiedensten Bäumen und Blumen, die man auf dem Rest der Insel nur vereinzelt vorfinden kann, stark bewachsenen Hängen und subtropischen Pflanzen. Ein einmaliges und wunderschönes Bild, das man eigentlich nicht verpassen darf. Wanderer und Radfahrer werden den Ausblick wahrscheinlich sogar noch mehr genießen können als wir, die mit dem Auto unterwegs waren. Da wir auf dem Weg hierher sehr getrödelt haben, hatten wir leider nicht viel Zeit, bevor es dunkel wurde.

Für den Rückweg wählten wir eine andere Strecke. Zum einen wurde es ja bald dunkel und die Wege durch die Berge waren schon im Hellen teilweise beschwerlich gewesen und zum anderen wäre es auch langweilig gewesen, die gleiche Strecke noch einmal abzufahren! So fuhren wir also noch weiter in den Norden, in Richtung Gáldar, die Küste entlang auf der Autobahn nach Las Palmas und zurück hinunter in den Süden. Wahrscheinlich – da sind wir uns aber nicht ganz einig – haben wir im Nordosten sogar noch einen Teil der anderen Nachbarinsel Fuerteventura gesehen.

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