Guayadeque – leben wie die Ureinwohner

Überall auf Gran Canaria kann man vereinzelnd kleine Höhlen in den Bergen entdecken. Und auch wenn man es sich kaum vorstellen kann: einst lebten in ihnen die Ureinwohner der Insel, die Guanches. Wer sich nicht vorstellen kann, wie das Leben in einer solchen Höhle aussieht, der sollte unbedingt einmal das Höhlendorf Guayadeque besuchen.

Fahrt vorbei an Mandelbäumen

Guayadeque befindet sich im Südosten der Insel am Ende einer 15 Kilometer langen Schlucht, die auf einfachstem Wege von Agüimes aus erreichbar ist. Auch aus der Nachbarstadt Ingenio führt eine Straße zu dem abgelegenen Dörfchen, doch diese ist nur für diejenigen zu empfehlen, die schon oft mit dem Auto auf Gran Canaria unterwegs gewesen sind und keine Angst mehr von steilen Klippen und Straßen ohne Leitplanken haben. Wir haben es dank Google Maps natürlich geschafft, uns zu verfahren und sind auf dieser netten Straße gelandet.
In Agüimes, das selbst auch einen Ausflug wert ist (dazu später mehr), ist Guayadeque eigentlich recht früh ausgeschildert – was meine Beifahrer im Gegensatz zu mir auch gesehen haben – und man findet schnell und einfach aus dem Ort heraus auf eine gut befestigte Hauptstraße, die zum Barranco de Guayadeque, zur Schlucht von Guayadeque, führt. Hat man einmal Agüimes hinter sich gelassen, fährt man vorbei an hohen Bergen, Kakteen, Mandelbäumen und anderen typisch kanarischen Pflanzen. Wunderschön! Hier landet man übrigens auch, wenn man von Ingenio kommt. Bereits am Anfang der Schlucht sind in den Bergen einige Höhlen zu entdecken. Auch diese scheinen bewohnt zu sein, denn wenn man im Dunkeln hier lang fährt, kann man überall verteilt kleine Lichter sehen.

Das Dorf

Der wahre Schatz wartet aber ziemlich am Ende der Schlucht: das Höhlendorf mit seiner Kirche, verschiedenen Restaurants und den Wohnhöhlen. Am Dorfplatz direkt vor der Kirche ist ein kleiner Parkplatz und obwohl die Straße noch etwas weiterführt, lohnt es sich, hier erst einmal auszusteigen.
Die Tore der Höhlenkirche habe ich zwar noch nie offen gesehen, aber wahrscheinlich liegt das an der Uhrzeit, zu der ich bisher immer hier gewesen bin. Trotzdem kann man durch die Gitter hindurch sehen und erkennen, dass die Kirche tatsächlich in den Berg hineingebaut wurde. Auch das kleine Restaurant rechts daneben geht tief in den Berg hinein.

Auf der linken Seite des Platzes führt ein kleiner Weg hinauf zu den Höhlenhäusern, in denen ein Großteil der Einwohner Guayadeques wohnt. Manchmal öffnen sie sogar ihre Türen, um den Touristen zu zeigen, wie sie leben. So viel Glück hatten wir zwar leider nicht, gelohnt hat sich der Spaziergang aber trotzdem. Viele Häuser haben einen kleinen Vorbau mit Pflanzen oder Wäscheständern vor ihren Eingangstüren, andere kleine Holzbänke und wieder andere führen direkt vom Weg in die Wohnungen. Selbst wenn man hier entlang geht, kann man sich nicht so richtig vorstellen, wie das Leben in den Höhlen sein muss oder wie weit diese tatsächlich in den riesigen Berg hineinreichen.

Kurz bevor der Weg irgendwann in einen Wanderweg Richtung Temisas übergeht, befinden sich die letzten Höhlen und sogar ein kleiner Bauernhof mit allen möglichen Tieren. Und wenn man zur richtigen Zeit hier ist, so wie wir, kann man die Mandelblüte bewundern, die es sogar schafft, das sowieso schon traumhafte Tal mit noch mehr Charme zu versorgen.

Das beste Essen der ganzen Insel

Nach dem Besuch lohnt es sich, noch weiterzufahren, bis man dann auch wirklich das Ende des Barranco erreicht. Vom Dorfplatz aus ist es auch nicht mehr ganz so weit. Hier befindet sich das Höhlenrestaurant, in dem wir in jedem Urlaub mindestens einmal essen müssen – sonst fehlt einfach was. Das Tagoror geht tief in den Berg hinein und hat im Innenbereich in verschiedenen Kammern unzählige Tische und auch noch ein paar auf der Terrasse. Spätestens hier kann man also sehen, wie es in so einer Höhle aussieht und wie es sich anfühlt, wenn man den Rest des Berges über sich hat.
Da der Hunger noch nicht so groß war und wir zum ersten Mal im Hellen hier waren, entdeckten wir noch zwei weitere Restaurants, einen Souvenirshop und die Casas Rurales – Höhlen, die man für den Urlaub mieten kann. Was wir nicht wussten: Man kann um den Berg herum laufen, in dem sich unser Restaurant befindet! Und das taten wir dann natürlich auch. Auf der anderen Seite sind kleine Terrassen angelegt, von denen man die Schlucht und die Berge bewundern und sogar das Meer sehen kann. Auch der Souvenirshop befindet sich in einer Höhle und neben den typischen Touri-Souvenirs kann man hier Lebensmittel kaufen, die aus Guayadeque und den umliegenden Bergen stammen. Wie beispielsweise ein ganz leckerer, frischer Honig, den ich gleich probieren musste.
Nachdem wir in einem der anderen Restaurants Kaffee und Wein bei unglaublicher Aussicht auf die Berge genossen hatten, schlossen wir unseren Tag dann gemütlich mit den besten Tapas der ganzen Insel (wenn nicht sogar der ganzen Welt) im Tagoror ab. Das mag zwar etwas nach Werbung klingen, ist aber nur eine gut gemeinte Empfehlung.

Noch ein kleiner Tipp für alle, die das Dorf im Winter oder Herbst besuchen: Zieht euch warm an! Während die Temperaturen im Süden selbst in der Nacht selten unter 16–18 Grad fallen, zeigt das Thermometer hier, sobald die Sonne weg ist, nur noch einstellige Zahlen an!

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4 Kommentare zu „Guayadeque – leben wie die Ureinwohner

    1. Danke schön. Ja, das ist natürlich Geschmacksache. Für uns ist es das auf jeden Fall – ich würde für das Essen sogar aus Deutschland anreisen und nicht nur vom Süden der Insel 🙂 Sehr touristisch ist es natürlich nicht, eher auf den Canario ausgerichtet, aber das ist ja auch immer das, wonach ich / wir suchen.

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