Wunderschöner Norden

Arehucas – Arucas – Firgas – Teror – über Sta. Brígida heim

Arehucas – vom Zuckerrohr zum Rum

Für unseren nächsten Ausflug entfernten wir uns wieder aus dem Süden und fuhren in den überraschenderweise warmen und sonnigen Norden Gran Canarias. Unser erstes Ziel an diesem Tag war die Rumfabrik Arehucas. Hier kann man für nur 3,50 € mit Reiseleiter die Fabrik besichtigen, sehen, wie Rum hergestellt wird und hinterher alle Sorten probieren, die in Arehucas hergestellt werden – dank der Liköre sind da auch wirklich leckere Sachen dabei!
Als wir auf dem Parkplatz ankamen, war das erste, was wir bewundern konnten, aber der Ausblick. Arehucas befindet sich nämlich auf einem der Hügel, die zu Arucas gehören – da hat die Fabrik auch ihren Namen her. Wir blickten über das davor liegende Tal mit kleinen Fincas, vereinzelten Häusersiedlungen und bunten Feldern auf das Meer und sogar die Ausläufer von Las Palmas waren zu sehen.

Die Besichtigung begann in einem bestimmt fünf Meter hohen Raum, der komplett mit Rumfässern gefüllt war. Auf einigen konnten wir die Autogramme nationaler und internationaler Berühmtheiten, wie dem König von Spanien, begutachten – wirklich unfassbar, wer schon alles hier gewesen ist! Insgesamt werden in der Fabrik über 4.000 Holzfässer mit Rum gelagert.

Die nächste Etappe der Tour beschäftigte sich dann mit der Herstellung – was ist eigentlich Zuckerrohr und wie wird daraus Rum? Hierfür liefen wir durch unterschiedliche Räume mit verschiedenen Funktionen und Geräten. Normalerweise kann man hier den Betrieb der Fabrik beobachten. Natürlich waren wir an dem einen Tag da, an dem die Maschinen gewartet wurden und so standen diese still. Unser ganz besonderes Talent halt. Trotzdem bekamen wir einen beeindruckenden Einblick in die Herstellung und die Mengen, die hier täglich produziert werden. Probieren konnten wir am Ende, wie gesagt, alle Rumsorten. Wobei ich die Hochprozentigen, den puren Rum, ausgelassen und mich mit den süßlichen Likören beschäftigt habe. Ron Miel. Wenn ich für den Rest meines Lebens nur noch ein alkoholisches Getränk trinken dürfte, dann wäre es dieses.

Kleiner Umweg nach Arucas

Nun waren wir ja schon in der Nähe von Arucas, was wir nach der Rumverkostung dann auch direkt besuchten. Wie das so ist: Vier Leute, vier unterschiedliche Meinungen, um den besten Weg zur Altstadt zu finden, schalteten wir also Google Maps ein. War wie immer die schlechteste Option – wir sollten es ja mittlerweile auch wirklich besser wissen. Ich weiß nicht, was Googles Ziel gewesen ist, der direkteste Weg war es jedenfalls nicht. Es jagte uns durch die kleinsten und unbefestigsten Straßen des Ortes, die bisher wahrscheinlich noch kein Tourist gesehen hatte. Für die Aussicht auf das Meer und die umliegenden Örtchen hat es sich aber schon irgendwie gelohnt (fand Papa, unser Fahrer, nicht unbedingt). 20 Minuten später erreichten wir dann die Kathedrale. Schätzungsweise beträgt der Weg normalerweise um die fünf Minuten.
Endlich konnten wir die wunderschöne Altstadt mit ihrer Fußgängerzone, den kleinen Gässchen und der berühmten, grauen Kathedrale San Juan Bautista besichtigen. Obwohl wir schon so viele Male hier gewesen sind, lohnt es sich doch immer wieder.

Neben der kleinen Altstadt, die vom Baustil etwas an Las Palmas erinnert, fanden wir einen niedlichen, kleinen Park mit tropischen Pflanzen und wunderschönen Blumen und einer einmaligen Aussicht auf das Meer (das habe ich schon öfters geschrieben, oder?). Dank der Jahreszeit waren wir fast ganz alleine hier und konnten den Ort in vollkommener Ruhe genießen.

Paseo de gran canaria in firgas

Unser nächstes Ziel war die 12 km entfernte Kleinstadt Firgas. Oft wird der Ort von den Touristen vergessen, da er soweit ab vom Schuss liegt, doch ein Ausflug hierher lohnt sich auf jeden Fall. Am 27. Mai 1995 wurde der Paseo de Gran Canaria erbaut – eine Treppe die entlang gekachelter Fließen in den oberen Teil des Ortes führt. Auf den Fliesen am Boden sind die Kanarischen Insel mit ihrer jeweiligen Hauptattraktion abgebildet und die Wände sind mit kleinen Bänken und den Wappen der Gran Canarischen Kommunen verziert. Als wir die Treppe hinaufgestiegen waren, trafen wir auf eine kleine Kirche – San Roque – mit Dorfplatz, an dem ein kleiner Bach vorbeilief. Und wieder bot sich uns ein wunderschöner Ausblick über die Täler und Berge, von denen Firgas umgeben ist.

Nächster Stopp: Teror

Um weiter in den Süden oder in Richtung Autobahn zu gelangen, kann man von hier aus gar nicht mehr anders als an Teror vorbeizufahren. Und das ist auch gut so. Fahrt ihr hier auf die Innenstadt zu, könnt ihr schon von weitem erkennen, in welcher Höhe der Ort liegt: Aus einer riesigen Schlucht steigt ein Hügel empor, auf dem sich die Häuser des Stadtkerns befinden. Auf einem großen, unbefestigten Parkplatz stellten wir das Auto ab und gingen zu Fuß in den verkehrsberuhigten Bereich.

Bekannt ist Teror für seine wunderschön gestalteten Balkons, die hier den Weg zum Kirchplatz rechts und links zieren. Der kreisförmige Platz, auf dem sich das gesamte Leben abspielt, umrahmt die Kirche und ist mit vielen verschiedenen Cafés und Restaurants gefüllt. Wir waren natürlich etwas spät da und die meisten Restaurants hatten bereits geschlossen. Nur ein paar wenige, deren Tische sich noch in der Sonne befanden, hatten noch geöffnet. Die Berge und hohen Häuser werfen in den Wintermonaten bereits um 17 Uhr einen solchen Schatten auf die Stadt, dass es ungemütlich kalt wird. Während wir mit Wein und einer Kleinigkeit zu essen die letzten Sonnenstunden genossen, versammelten sich viele Einheimische in dicken Winterklamotten auf dem Platz und die Kirche fing an, kontinuierlich alle 5–10 Minuten zu schlagen. Warum sie das tat, wissen wir bis heute nicht. Irgendwann wurde uns sehr kalt und wir waren froh, als wir wieder im warmen Auto saßen. Unsere Luxusprobleme bei 13 Grad am Abend – im Winter.

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