Prag – ein Wochenende in der Goldenen Stadt

Am Wochenende besuchten wir Prag, die goldene Stadt, die einst aus vier unterschiedlichen Teilen bestand, die sich zu dem vereinten, was es heute ist. Ein Ort, der sowohl an Paris und Wien als auch an Venedig und München erinnert und trotzdem seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charme hat. Zwei Tage sind zu wenig, um diese einzigartige Stadt kennenzulernen, lohnen tut es sich aber schon ab der ersten Minute.

Der erste Tag in der tschechischen Hauptstadt

Mit dem Zug ging es los Richtung Nürnberg, wo wir in den IC Bus der DB umstiegen. Überraschenderweise alles ohne Verspätung! In Prag angekommen hatten wir vom Bahnhof bis zu unserem Hotel noch einen 30-minütigen Fußweg. Es regnete hin und wieder ganz leicht, aber nicht so schlimm wie am Morgen in Deutschland. So genossen wir bereits unseren ersten Spaziergang durch Prag und entdeckten unsere Unterkunft, das kleine, moderne Royal Court Hotel, ganz unscheinbar in einer kleinen Seitenstraße.

An der Rezeption gab man uns bereits erste Tipps und dann ging es los an die Moldau. Dort konnten wir entlang beider Seiten alte Bauwerke im Barockstil, prachtvolle Gebäude mit goldenen Verzierungen und unglaublich viele Kirchen bewundern. Im Fluss lagen zwei kleine Inseln, von denen wir die Größere auch gleich besichtigten.

Abendessen gab es im Hard Rock Café (typisch tschechisch, ich weiß) und als Nachtisch auf die Empfehlung unserer Freunde hin Trdlenik. Hört sich lustig an, sieht lustig aus und ist wahnsinnig lecker! Es handelt sich dabei um eine Teigrolle, die mit Zimt und Zucker gewürzt ist. Die kann man dann pur essen oder gefüllt mit unterschiedlichen Süßigkeiten, wie (Soft)Eis, Nutella oder Vanillepudding. Danach ging es dann wieder an der Moldau zurück, wo wir das im Dunkeln beleuchtete Prag bewundern konnten.

Eintauchen in Kultur und Geschichte an Tag Zwei

zweiten Tag machten wir eine Sightseeing-Tour. Mit unserem Ticket konnten wir auf zwei unterschiedlichen Routen, der Roten und der Grünen, mit Busen fahren und die vielseitige Stadt so richtig kennenlernen. Und das Wetter schien auch traumhaft zu werden: Der Himmel war blau und die Temperatur war auf 16 Grad geklettert.

Die rote Route

Die lange, rote Route dauerte ungefähr 1,5 Stunden. Eine der Haltestellen, I.P. Pavlova, war ganz in der Nähe unseres Hotels. So starteten wir hier, fuhren zunächst am Hauptbahnhof und am größten Hotels ganz Tschechiens, dem Hilton vorbei (in meinen Augen ein riesiger, hässlicher Glasblock). Dann überquerten wir die Moldau, erreichten den Stadtteil Malá Strana und fuhren hinauf zum Schloss von Prag. Die Aussicht hier war einfach einmalig und wir entschlossen uns, die Route komplett mitzufahren und dann noch einmal hier hoch zu kommen. Es ging weiter, den Berg hinab, am Kloster und Stadion Strahov vorbei, in das Gebiet Kampa, direkt an der Moldau, wo wir auf die Insel gucken konnten, auf der wir gestern standen. Danach überkreuzten wir den Fluss wieder und fuhren am Tanzenden Haus vorbei – ein Haus, das in seiner Form an zwei Tänzer erinnert. Der nächste Stopp war dann unser Startpunkt I.P. Pavlova.

Malá Strana

Wir blieben im Bus sitzen und fuhren wieder bis zum Schloss – was man auch besichtigen konnte, doch man schafft in zwei Tagen leider nicht alles – stiegen dort aus und gingen im Park spazieren. Von hieraus konnten wir tatsächlich fast die ganze Stadt überblicken. Wir sahen die vielen barocken Häuser mit bunten und ungleichmäßigen Dächern, unzählige Kirchtürme, Grünflächen und die Moldau, die sich mitten durch die Landschaft schlängelte und von Brücken in unterschiedlichen Baustilen geschmückt wurde. Von hier oben sah die mit Menschen gefüllte, tosende Stadt richtig ruhig und friedlich aus.

Karlsbrücke

Wieder unten angekommen, liefen wir quer durch ein Viertel mit engen Gassen, Kopfsteinpflaster und Trdelnikläden an jeder Ecke. Ziel war der kleine Bootsanleger unter der Karlsbrücke. Zusammen mit gefühlt einer Million anderer Menschen überquerten wir das Wahrzeichen Prags, die berühmte Brücke, die ausschließlich für Fußgänger gedacht ist. Wir bewunderten die christlichen Figuren aus schwarzem Stein, die hier rechts und links auf der Brüstung standen und die kleinen Stände von Künstlern, die ihre Bilder oder ihren Schmuck verkauften.

Die Karlsbrücke

Auf einem kleinen Holzboot, das Platz für vielleicht 20 Menschen hatte, fuhren wir dann hinaus auf die Moldau und erfuhren einiges über die Geschichte und Gegenwart der Brücke und des Flusses. Außerdem fuhren wir durch einen sehr engen und nicht besonders tiefen Arm der Moldau im Gebiet Kampa hinein. Mit den ins Wasser reichenden Häusern und kleinen Bootsanlegern erinnerte dieser Stadtteil ein wenig an Venedig.

Die grüne Route

Als wir wieder von Boot gingen, aßen wir erstmal einen Trdelnik und liefen dann zu einer Haltestelle der grünen Linie. Während der große Bus eher die äußeren Gebiete Prags durchquerte, fuhr der kleine in das Innere der Altstadt und Kampas. So ging es zur St. Nikolaus Kirche, die sich in der Nähe der Karlsbrücke befand, und von dort aus durch die schmalen Gassen von Kampa. Und ich meine wirklich schmale Gassen. Teilweise hatte der kleine Bus Probleme, durch die Straßen zu kommen und fuhr in millimetergenauer Abstimmung an geparkten Autos und Hauswänden vorbei. Währenddessen konnten wir die wunderschönen, alten Gebäude bewundern. Auch diese Linie fuhr weiter zum Tanzenden Haus, bog dann aber zum Zentrum ab. Ein Stück hinter der Karlsbrücke ging es nach rechts durch die teuerste Einkaufsmeile der Stadt, mit Läden wie Diesel und Cartier, zum Altstädter Ring. Hier befanden sich das alte Rathaus und irgendwo auch die berühmte Astronomische Uhr. Die Besichtigung des Platzes nahmen wir uns für morgen vor. Nachdem wir am Intercontinental Hotel vorbeigefahren waren, erreichten wir wieder den Stopp, an dem wir eingestiegen waren.

U Pavouka

Um 19:00 Uhr wartete dann auch schon der nächste Bus vor unserem Hotel und brachte uns zu U Pavouka – ein Restaurant, in dem wir ein typisch tschechisches 5-Gänge-Menü bei einer mittelalterlichen Show genießen konnten.
Der erste Gang stand bereits auf den Tischen, als wir ankamen, und bestand aus einer Platte mit Putenbrust und geräucherter Ente, Salat, Rüben und unglaublich leckerem, frischem Brot. Als zweiten Gang gab es tschechische Kartoffelsuppe und als Dritten eine Art Omelett mit Spinat und Gerste. Für den Hauptgang, den vierten Gang, konnten wir aus unterschiedlichen Spezialitäten (Schweinshaxe, Hähnchen und Ente, Regenbogenforelle oder Gemüsespieß) wählen. Als Dessert gab es einen hausgemachten, saftigen Rührkuchen. Während des gesamten Essens gab es Getränke wie Bier, Wein oder Softdrinks und Livemusik, die etwas an den schottischen Dudelsack erinnerte.
Zwischen den Gängen wurde uns ein vielseitiges Unterhaltungsprogramm mit Schwertkämpfern, Räuber und Gendarm-Szenen, Bauchtänzerinnen und zum krönenden Abschluss eine Show mit Fackeln und Feuerspeier geboten.
Ein wirklich einmaliger Abend und obwohl das sehr kartoffellastige und etwas fettige tschechische Essen so gar nichts für mich zu sein scheint, würde ich sofort wieder dorthin gehen!

Altstädter Ring

Bevor es gegen Mittag wieder zurück in die Heimat ging, nutzten wir an unserem letzten Tag noch einmal unseren Hop-On-Hop-Off-Bus und fuhren zum Altstädter Ring, wo wir um kurz vor 12 ankamen. Wir suchten die Astronomische Uhr – was nicht schwer war, weil sich ein Pulk Menschen davor versammelt hatte – und beobachteten das Schauspiel zur vollen Stunde. Rechts und links von der Uhr waren jeweils zwei kleine Männchen, die um 12 Uhr anfingen sich zu bewegen und eines davon, ein kleines Skelett, zog an einer Schnur und schien damit das Glockenleuten zu erzeugen.

Auf dem Platz selbst konnten wir erneut wunderschöne, alte Bauwerke, wie das alte Rathaus, bewundern. Zwischen den ganzen vielen Menschen standen drei Schausteller in riesigen Panda- und Eisbärkostümen, belustigten die Touristen und ließen Fotos mit sich machen – total niedlich!
Nach einem kleinen Abstecher zu Starbucks neigte sich unser wunderschöner Kurztrip nach Prag dann leider schon wieder dem Ende und wir machten uns langsam auf den Weg zum Bahnhof.

Neben unendlich vielen Fotos nehmen wir tolle Erinnerungen an eine wahnsinnig vielseitige und wunderschöne Stadt mit nach Hause, die zumindest mich mit ihrer Moderne und dem hohen Standard sehr überrascht hat.

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