Der Südosten – zwischen Palmen-Oasen und Geschichte

Für unsere letzte Tour auf Gran Canaria in diesem Jahr entschlossen wir uns, den Südosten zu erkunden. Dabei fanden wir tatsächlich einen kleinen Ort, den ich noch nie zuvor gesehen hatte, eine Straße, auf der ich noch nie gefahren war, und überraschenderweise einen recht vollen Stausee.

santa lucia

Wir starteten durch das Fataga-Tal in die Berge. Natürlich war das ein Umweg, um zu unserem ersten Ziel Santa Lucía zu gelangen. Aber der Weg ist soviel schöner als die Autobahn, die wir ja nun auch schon zu genüge kannten. Vorbei an den verschiedenen Aussichtspunkten, die einen wunderschönen Ausblick sowohl in die Täler mitten in den Bergen als auch auf die Dünen und den Süden der Insel boten, fuhren wir auf geschlängelten Straßen hinauf nach Fataga. Die steilen Abgründe, die stets auf einer Seite der Straße lagen, waren mit Palmen geschmückt und sahen von oben tatsächlich aus wie eine Oase inmitten eher trockener Berge.

Kurz vor San Bartolomé bogen wir ab in Richtung Santa Lucía, was dann auch nicht mehr lange auf sich warten ließ. In der kleinen Stadt, die sich mitten in den Bergen befindet, gibt es einen recht großen Platz, auf dem wunderschöne Blumen angepflanzt und ein kleiner Brunnen angelegt sind. Von hier aus führt eine Treppe hinauf zur Kirche und dem Kirchplatz. Wenn ihr die Stadt besucht, geht auf jeden Fall hier hoch. Die Aussicht auf den unteren Platz, die kleinen, weißen Häuschen im typisch-kanarischen Baustil und das Tal im Hintergrund darf man einfach nicht verpassen. Während unseres Aufenthalts hatten wir auch einen kleinen Begleiter: Eine streunende Katze schloss sich uns an und folgte uns. Wir blieben hier bestimmt über zwei Stunden bevor wir uns endlich losreißen und weiterfahren konnten.

Embalse de la Sorrueda

Fährt man von Santa Lucía Richtung Autobahn oder Las Palmas, kommt man rechts nach ungefähr 5–10 Minuten an einer kleinen Abzweigung vorbei, die zunächst zum Stausee Embalse de la Sorrueda führt. Das Besondere an diesem Stausee ist zum einen, dass der Weg dorthin an einer sehr grünen Landschaft mit zahlreichen Palmen vorbeiführt und zum anderen, der Stausee selbst. Wenn er voll ist, füllt er das gesamte Tal zwischen den hohen Bergen und in der Mitte des Sees befindet sich ein Felsen, der aus dem Wasser empor ragt und wie eine kleine Insel aussieht. In den letzten Jahren hatte ich auf der gesamten Insel kaum einen Stausee mit Wasser gesehen, deswegen waren wir sehr überrascht, diesen einigermaßen gefüllt zu sehen. Ein wunderschönes Bild.

La Fortaleza

Wenn man die kleine Straße dann weiter bis zu ihrem Ende fährt, gelangt man zur Fortaleza, dessen Name auf Deutsch Festung bedeutet. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Berg mit einer riesigen Höhle in der Mitte, durch die man hindurch gehen kann. Außerdem führt ein kleiner Wanderweg – wenn man diesen Trampelpfad denn so nennen darf – einmal rund um den Berg herum. Zur Höhle hinauf führt eine schmale, mehr oder weniger aus losen Steinen und Geröll angelegte Treppe. Oben angekommen, kann man durch die Höhle, die eher ein Durchbruch als eine wirkliche Höhle ist, spazieren und auf beiden Seiten das davor und dahinter liegende Tal überblicken. Dank des guten Wetters konnten wir sogar einen kleinen Teil des Meeres sehen.
Den Name Fortaleza trägt dieser Berg, weil die Guanches, die Ureinwohner der Insel, ihn aufgrund seiner vorteilhaften Lage damals tatsächlich als eine Art Festung nutzten. Hier fand auch ihr letzter Kampf statt, den sie gegen Spanien, damals die Krone von Kastilien führten und verloren.

Agüimes

Nach dem kurzen Eintauchen in die Geschichte der Insel ging es weiter nach Agüimes. Wir entschieden uns für die ausgeschilderte Route, die nicht mal ich kannte. Sie schlängelte sich an verschiedenen Bergen vorbei und zeitweise schienen wir ganz allein zu sein, bis wir das nächste Dorf erreichten. Temisas, noch nie von gehört. Die Häuser und Fincas waren hier direkt an den Hang unterhalb der Hauptstraße gebaut. In einer sehr langen Einfahrt vor einer Finca legten wir eine kurze Pause ein, aßen unsere Baguettes mit Serrano, die wir uns am Morgen vorbereitet hatten und genossen die Aussicht. Irgendwann stellten wir fest, dass wir den kleinen Hügel, auf den wir schauten, von der anderen Seite kannten und da wurde uns auch klar, warum wir diesen Ort noch nie gesehen hatten: Unter uns lag der Flughafen und der kleine Hügel versperrte von unten den Blick auf Temisas.

Der restliche Weg nach Agüimes war nicht mehr lang und es ging fast nur noch bergab. Als wir angekommen waren, suchten wir uns einen Parkplatz in der Nähe des Dorfplatzes und liefen los – vorbei an typisch-kanarischen Häusern mit kleinen Balkons und bunten Blumen, entlang schmaler Gassen mit Kopfsteinpflaster bis wir irgendwann die Kirche erreichten. Diese ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt und auf dem Platz davor treffen sich täglich die Senioren zum Kartenspielen. Auf dem Dorfplatz gibt es viele Bänke und Tische aus Stein und überall verteilt stehen Kupferfiguren, die berühmte Persönlichkeiten darstellen, die in unterschiedlichen Verbindungen zu der Stadt stehen. Auch das ganze Drumherum, die Häuschen und die idyllischen Gassen sind sehr sehenswert.

Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch einmal nach Guayadeque, um ein letztes Mal in diesem Urlaub das leckere Essen in unserem Höhlenrestaurant zu genießen.

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