New York City – in der Stadt, die niemals schläft

An unserem ersten Tag im Big Apple sind wir eine Strecke gelaufen, die, wenn wir den direkten Weg genommen hätten, 9,8 km betragen hätte. Aber direkte Wege gibt es bei uns natürlich nicht. Von unserem Hotel aus sind wir den Broadway in Richtung Lower Manhattan hinabgelaufen, durch einen Teil des Central Parks, am Time Square vorbei zum Empire State Building, Flatiron Building, Madison Square Garden, Washington Square Park, durch Soho und Tribeca zum neuen World Trade Center und dem 9/11 Memorial.

Erstmal zurück auf Anfang: Die Einreise in die USA

Um in die USA einzureisen, braucht man vor allem eines: Geduld. Nachdem wir aus dem Flugzeug ausgestiegen waren, dauerte es noch zwei Stunden, bis wir endlich unsere Koffer in Empfang nehmen konnten (die dann übrigens schon irgendwo im Nirgendwo einsam und verlassen herumstanden). Kennt ihr das, wenn ihr auf die tolle Achterbahn im Heidepark wollt und dann wieder kehrt macht, weil die Schlange viel zu lang ist? Stellt euch diese Menschenmenge etwa mal 100 vor und ihr wisst annähernd, was da in einer riesigen Halle vor uns stand. Ein kleines Schild ließ uns wissen: Ab hier wartet ihr noch viel mehr als eine Stunde. Die Schlange schien sich auch nicht besonders schnell zu bewegen und als es dann endlich voran ging und wir ganz vorne standen, wussten die Mitarbeiter nicht so richtig wohin mit uns. Wir wurden von einer Ecke zur nächsten geschickt, nur um zu erfahren, dass wir hier falsch waren. Am Ende standen wir dann in einer Schlange für U.S. citizens – also Bürger der USA und da durften wir bleiben. Kurios.

Die Unterkunft

Zum Hotel kamen wir dann ganz leicht: An einer kleinen Rezeption am Flughafen konnten wir einfach den Namen unseres Hotels und die Adresse angeben und dann wurden wir mit anderen Reisenden zusammen in einen Van gesetzt, der uns nach Manhattan brachte.
Wenn man ein Hotel direkt in Manhattan bucht, muss man entweder viel Geld in die Hand nehmen oder sich darauf einstellen, dass man das Zimmer ohne jegliche Erwartungen betreten sollte. Das muss man vorher wissen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, da wir sowieso nur zum Schlafen im Hotel sind und naja, die Betten sind sauber und gemütlich und wir haben sogar ein Fenster, was wir seit der zweiten Nacht auch aufkriegen, und ein eigenes Bad (hier keine Selbstverständlichkeit). Sprechen wir also nicht weiter darüber.

Der erste Tag im Big Apple

Nun zurück zum Wesentlichen: Unser erster Tag in New York City. Man hat die Stadt schon so oft im Fernsehen und auf Fotos gesehen und doch ist man nicht darauf vorbereitet, was einen hier tatsächlich erwartet. Dass alleine der Teil Manhattan schon größer ist, als viele Großstädte in Deutschland brauche ich wahrscheinlich nicht erwähnen und auch, dass die Hochhäuser hier doppelt und dreifach so hoch sind (wenn das reicht) wie beispielsweise in Frankfurt, was von dort ja gern Mainhattan genannt wird, ist wahrscheinlich auch jedem klar. Aber: wie unglaublich und beeindruckend das alles ist, das kann man sich nicht vorstellen.

Central Park – Time Square – Empire State Building

Von unserem Hotel aus sind wir über einige belebte und viel befahrene Straßen gelaufen bis wir auf einen der zahlreichen Eingänge zum Central Park trafen. Und dann ganz plötzlich war nichts mehr zu hören von der tosenden Stadt. Eben noch von Verkehrs- und Baustellenlärm umgeben, hörten wir hier nichts mehr. Nichts. Nur noch die zwitschernden Vögel und ein paar Menschen, die an uns vorbei liefen. In der Ferne waren einige Hochhäuser zu sehen und die Grünflächen waren umgeben von unzähligen Laubbäumen. Kleine Wege schlängelten sich durch den Park, hier und da standen Verkaufsbuden, vor einem Diner befand sich ein kleiner Ententeich und wir liefen weiter in Richtung Süden, auf die Hochhäuser zu. Je näher wir kamen, umso imposanter sah der Kontrast zwischen dem Grün des Parks und den riesigen Häusern dann auch aus.
Nachdem wir den Park verlassen hatten, dauerte es dann auch gar nicht mehr so lange, bis wir die ersten Billboards des Times Squares sahen. Und, genau wie die Häuser drumherum, waren die einfach nur riesig. Jeder kennt dieses Bild: die flackernden und bunten Leuchtreklamen an den Hochhäusern und der Platz darunter, auf dem sich eine riesige Menschenmenge befindet. Trotzdem war ich hier zum ersten mal so richtig sprachlos – sollte nicht das einzige Mal an diesem Tag bleiben – und mich sprachlos zu kriegen ist schon echt nicht einfach. Wir standen da in der Mitte mit Hunderten von anderen Menschen und drehten uns zig mal im Kreis, um alles einzufangen, was um uns herum leuchtete und blinkte. Da die Reklame vom neuen Disney-Film, da Coca-Cola, Nike, Forever 21, H&M und und und. Hat man sich einmal komplett gedreht und setzt dann zu einer neuen Drehung an, hat sich die komplette Szenerie schon wieder geändert. Einfach unglaublich. Und es war mitten am Tag – wie musste das erst nachts aussehen?

Wir standen wirklich lange am Time Square und als wir weiterliefen, schienen die Wolkenkratzer noch höher zu werden. Ich weiß gar nicht, wie viele Menschen mir aus dem Weg gehen mussten, um nicht von mir umgerannt zu werden, weil mein Blick ständig nur nach oben ging. Doch die große Überraschung kam dann erst, als wir auf dem Empire State Building standen, das sich nicht weit vom Time Square befindet. Vom 86. Stock des Gebäudes konnten wir nämlich sehen, dass die wirklich hohen Wolkenkratzer, die, die die berühmte Skyline New York Citys bilden, noch in weiter Ferne lagen und die Hochhäuser, die wir bisher gesehen hatten, im Vergleich wirklich winzig waren. Und wieder sprachlos. Im Süden vor uns – viele viele Kilometer vor uns – lag die Skyline, die man schon so oft, genau aus diesem Winkel, auf Fotos gesehen hat. Es war so unglaublich, dort oben zu stehen und auf die Stadt zu blicken, ich war so überwältigt, dass mir tatsächlich die Tränen kamen (auch das sollte nicht das einzige Mal an diesem Tag bleiben). Ich war schon an vielen Orten, hab schon viel gesehen, doch nichts ist hiermit vergleichbar. Und Bilder sagen mehr als Tausend Worte? Nein. Auch Bilder schaffen das hier nicht.

Vorbei am Flatiron Building durch den Madison Square Garden und den Washington Square Park, durch Soho und Tribeca zum World Trade Center und dem 9/11 Memorial

Ich könnte an dieser Stelle über den Brunnen im Washington Square Park schwärmen, das Basketball-Spiel davor in allen Einzelheiten beschreiben, die Unterschiede zwischen Soho und Tribeca aufzählen und so weiter. Leider kann ich nicht alle Eindrücke, die wir an diesem Tag erlebt haben, hier mit euch teilen, denn das wäre einfach zu viel. Daher überspringe ich diesen Teil und gehe direkt zum World Trade Center.
Ja genau, das World Trade Center. Am Ground Zero wurden drei neue Wolkenkratzer (ein vierter in Planung), ein Infocenter und ein Museum, das 9/11 Memorial, erbaut. An der Stelle, an der damals die Twin Towers standen, befinden sich heute zwei tiefe Pools, umrandet von riesigen Gedenktafeln, auf denen jeder einzelne Name der Verstorbenen des 11. Septembers stehen.

Das Gefühl, hier zu stehen, lässt einem bereits einen Schauer über den Rücken laufen und ein Blick in die Gesichter all der anderen Menschen lässt schnell erkennen, dass es jedem so geht. Noch krasser ist dann aber das Museum. Da standen mir und vielen anderen Besuchern dann mehrmals die Tränen in den Augen.

In dem Museum erfährt man alles über den Bau des World Trade Centers, darüber, welche Firmen ihren Sitz in einem der Gebäude hatten, alles über die Abläufe des Anschlags, über die Aufräumarbeiten und die Verfolgung der Terroristen. Noch heute stehen hier Teile der Wände der Twin Towers, außerdem ist ein Feuerwehrauto ausgestellt, das damals von herabfallenden Teilen des Gebäudes teilweise zerstört wurde, bei Aufräumarbeiten gefundene Teile der Fassade, Flugzeugteile, Disketten, Schuhe und vieles vieles mehr. In einem separaten Raum hängen Bilder aller Verstorbenen mit Namen und in einem Audiofilm laufen Kommentare der Angehörigen ab. Ein weiterer Raum beschreibt dann ganz detailliert, was am 11. September um welche Zeit passierte, wie Helfer, Zivilisten und Überlebende reagierten. Das gesamte Memorial dient natürlich dem Gedenken der fast 3000 Verstorbenen, der Erinnerung und der Aufklärung. Bevor es errichtet wurde, gab es eine Umfrage, ob aus Ground Zero eine Touristenattraktion gemacht werden sollte. Auch die ist im Museum ausgestellt.

Danach waren wir dann platt und fuhren mit der U-Bahn zurück in unser Hotel.

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