New York – Part II im Sightseeing-Bus

Diesmal hinke ich mit dem Schreiben ganz schön hinterher. Das liegt auf keinen Fall daran, dass es nichts oder nur wenig zu berichten gäbe, sondern daran, dass uns die Eindrücke in dieser einzigartigen Stadt überwältigt haben. Mittlerweile sitzen wir am Strand in Miami und verarbeiten erst so richtig, was wir tatsächlich alles erlebt und gesehen haben.

Über unseren ersten Tag habe ich ja bereits berichtet, also mache ich nun endlich mit dem Zweiten weiter.

Hop-on-Hop-off-Tour

Nachdem wir am Tag zuvor so viele Kilometer zurückgelegt hatten, wollten wir uns heute etwas entspannen. In anderen Worten: Viel sehen und wenig bewegen. Auf allen anderen Städtetrips der letzten Zeit hatten wir uns ja bereits angewöhnt, mit einem Sightseeing-Bus durch die Gegend zu touren – warum also nicht auch hier? Wir starteten am Morgen in Richtung Central Park, wo wir gestern von gefühlt Hunderten von verschiedenen Menschen angesprochen worden waren, die uns eine solche Tour verkaufen wollten. Natürlich trafen wir heute auf keinen einzigen. Erst 40 Minuten später (wir wollten ja nicht so viel laufen) sahen wir dann den ersten am Columbus Circle. Das ist ein riesiger Platz an einer Ecke des Central Parks, der von riesigen Wolkenkratzern umgeben ist. Ganz in der Nähe des Rockefeller Centers, der Carnegie Hall und des Times Squares. Wobei in der Nähe hier ja relativ ist.

Mit unserem Ticket konnten wir drei Touren fahren: die Uptown-Tour am Central Park vorbei und bis nach Harlem hinein; die Downtown-Tour, durch das Manhattan hindurch, das man aus dem Fernseher kennt; und die Brooklyn-Tour, die, wie der Name schon verrät, durch den größten Stadtteil der Stadt führte: Brooklyn. Außerdem konnten wir an einer Night-Tour teilnehmen, die im Dunklen oder in der Dämmerung am Times Square startete, den Financial District durchquerte und nach Brooklyn fuhr.

Uptown-Tour

Wir waren ja wie gesagt am Columbus Circle und hier fuhr nur der Bus der Uptown-Tour vorbei, also fiel uns die Entscheidung, mit welcher Tour wir anfingen, nicht allzu schwer. Manhattan ist in unterschiedliche Districts (Distrikte) unterteilt und wir fuhren zunächst in die Upper West Side. Da befand sich übrigens auch unser Hotel. Der Guide erzählte uns ein bisschen darüber, was kleine Appartements mit nur einem Zimmer hier kosten und ich sag euch, da kriegt man in Kassel gleich zwei ganze Häuser mit Garten für. Vielleicht sogar noch eine Putzfrau und Gärtner obendrauf. Natürlich hätte man da dann nicht diesen unglaublichen Ausblick auf den Central Park und die Skyline Manhattans im Hintergrund!


Wir fuhren am American Museum of Natural History, dem Planetarium und der Columbia University vorbei, wo gerade Abschlussfeiern stattfanden. Wie im Fernseher: überall Graduierte mit ihren Roben, lustigen Hüten und deren Familien in teuren Anzügen und Kleidern.
Danach ging es dann weiter nach West Harlem. Auch Harlem teilt sich in unterschiedliche Districts auf und während die Mieten hier zwar schon weitaus günstiger sind als noch eben in Manhattan, hat dieser Teil nichts mit dem gefährlichen Ghetto zu tun, das man unweigerlich vor Augen hat. Das ist dann nämlich East Harlem oder Spanish Harlem, wie uns unser Guide erklärte. Da fuhren wir natürlich nicht hin. Nichtsdestotrotz konnte man direkt erkennen, dass wir Manhattan verlassen hatten. Hier standen Häuser, die sehr viel neuer aber sehr viel weniger prunkvoll aussahen und auch ein wenig an Plattenbauten erinnerten. Die Aussicht von ganz oben musste aber immer noch der Wahnsinn sein! Auch die Geschäfte hatten sich verändert: Hier gab es weitaus mehr Fast-Food-Ketten und normale Supermärkte und statt Louis Vuitton standen hier Namen wie H&M in den Schaufenstern (ja H&M gibt es in Manhattan auch, Louis Vuitton aber nicht in Harlem).
Auf der anderen Seite des Central Parks ging es dann wieder nach Manhattan, durch die Upper East Side hindurch. Hier sind das berühmte Guggenheim-Museum und das MAT (Metropolitan Museum of Art) und wir gerieten in unseren ersten Stau an diesem Tag – ich hätte gedacht, das passiert früher!
Der Bus fuhr dann Richtung Midtown Manhattan und am Rockefeller Center (darüber berichte ich im nächsten Eintrag) stiegen wir in den Downtown-Bus um.

Downtown-Tour

Diese Tour startete für uns dann am Rockefeller Center, fuhr zum Times Square und zum Empire State Building, die wir beide gestern ja schon auf unserer Wanderung bewundert hatten, durch das Flat Iron District, zum Union Square, durch Greenwich Village und Soho hindurch. Vom Bus aus sahen wir auch den in italienischen Farben geschmückten Eingang nach Little Italy und Chinatown. Hier waren sogar die Straßenschilder in chinesischen Schriftzeichen!

Flat Iron Building
Flat Iron Building

Danach ging es weiter in Richtung Süden, wo sich das 9/11 Memorial, das Financial District und der Battery Park befinden. Bei letzterem handelt es sich um den südlichsten Punkt Manhattans. Von hier aus hat man einen perfekten Ausblick auf die Freiheitsstatue, Elli Island, wo damals die Einwanderer ankamen und beide Flüsse, sowohl den East River als auch den Hudson River.

Auf der anderen Seite sieht man die hohen Wolkenkratzer der berühmten Skyline New York Citys empor ragen.
Hier wollten wir auch umsteigen in die Brooklyn-Tour, aber dafür waren wir leider zu spät – die fuhr nicht mehr. Wir stiegen also in den nächsten Downtown-Bus ein und fuhren weiter durch die Lower East Side und East Village an dem Gebäude der United Nations vorbei zurück zum Time Square, wo wir dann nur noch eine Stunde auf die Night-Tour warten mussten.

Night-Tour

Mein absoluter Favorit. Wir starteten noch im Hellen, doch als wir Manhattan in Richtung Brooklyn verließen, fing es bereits an zu dämmern. Da keine Busse auf der Brooklyn Bridge erlaubt sind, überquerten wir den East River auf der Manhattan Bridge, die genau daneben lag und uns einen einmaligen Blick auf die berühmteste aller Brücken in New York bescherte. Hier dachten wir schon, dass sich diese Tour mehr als nur lohnte, doch der beste Ausblick wartete noch auf uns, und zwar der von Brooklyn auf Manhattan. Früher hatte ich ein Poster von New York in meinem Zimmer hängen, diese Stadt, im Dunklen, ganz weit weg, die ich irgendwann mal besuchen wollte und ohne, dass ich euch jetzt erkläre, was genau auf diesem Poster zu sehen war, wette ich, ihr habt genau das richtige Bild vor Augen. Und genau dieses Bild bot sich uns hier. Live. Unbeschreiblich und einfach nur der Wahnsinn. Schöner, als ich es mir jemals vorgestellt hätte. Ich war sprachlos.

Blick auf Brooklyn
Blick auf Manhattan

Wir fuhren weiter durch Brooklyn und erfuhren auch einiges über den größten Stadtteil New Yorks, fuhren z.B. an der Schule vorbei, auf der Jay-Z einmal war und als wir wieder in Manhattan waren, durchquerten wir auf unserem Weg zurück zum Times Square Chinatown. Mit all den Gerüchen so gar nicht meine Welt, aber sehr interessant, es mal gesehen zu haben.

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