Welcome to Miami

Für den zweiten Teil unserer USA-Reise hatten wir uns besonders eines vorgenommen: Erholung. Nachdem wir in New York mit unendlichen vielen Eindrücken regelrecht überschüttet worden, brauchten wir auch genau das, um alles erst einmal verarbeiten zu können. Daher ging es in einen der wärmeren Staaten: nach Florida. Genauer gesagt nach Miami Beach.

Das Hotel direkt am Strand

Vor unserem Urlaub hatte ich, besonders was das Essen anging, ja schon etwas Angst, was uns erwarten würde. Das war vollkommen umsonst, denn wenn man will, findet man – zumindest in New York City – sogar weitaus gesündere Läden als in Deutschland. Trotzdem hatten wir uns daher für Miami ein quasi „Rundum-sorglos-Paket“ ausgesucht, wovon ich ja eigentlich nie so ganz begeistert bin. Hier fand ich es, zumindest bei der Buchung, sehr angebracht. Im Nachhinein wäre es gar nicht so schlimm gewesen, uns auch in Miami selbst zu versorgen, allerdings müssen wir hier auch mal ehrlich sein: Hotel mit Verpflegung ist definitiv die günstigere Variante. Und rundum sorglos bedeutet in den Staaten auch eigentlich nur Frühstück mit Kaffee und Abendessen ohne Getränke. Aber: Das Essen war 1 A und der Kaffee hat auch geschmeckt, also alles richtig gemacht.
Unser Hotel lag direkt am Strand. So ein toller karbikartiger Strand, mit türkisfarbenem Wasser und beinahe weißem Sand – einfach nur traumhaft. Im Hintergrund konnten wir die Skyline von Miami bewundern und uns in der Sonne komplett entspannen. Und so sahen dann auch die meisten Tage unseres restlichen Urlaubs aus.

Key West

Für zwei Ausflüge haben wir uns dann doch entschieden und der erste führte uns nach Key West. Das ist die südlichste Insel der Florida Keys und gleichzeitig auch der südlichste Punkt der USA. Von hieraus sind es nur noch 90 Meilen (ca. 145 km) bis nach Kuba.
Nach einer vierstündigen Fahrt kamen wir dort an. Und ich kann Key West ganz einfach beschreiben: das Paradies auf Erden. Zumindest habe ich es so wahrgenommen. Auf jeden Fall ist es der schönste Ort auf dieser Welt, das ich jemals gesehen oder betreten habe. Nun gehen Geschmäcker natürlich auseinander, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es irgendjemandem nicht gefallen könnte. Typisch amerikanische Südstaatenhäuser in bunten Farbtönen, nicht ein Haus höher als 2-3 Stockwerke, Palmen an jeder Straßenecke, unzählige Grünflächen zwischen den Gebäuden, lächelnde Menschen und ein Flair wie in der Karibik. Ich wollte am liebsten direkt hier bleiben.
Mit einem kleinen Hop-on-Hop-off-Bus haben wir die Insel dann erkundet. Und sogar der war hier etwas ganz Besonders – er sah nämlich aus wie die Lok einer alten Straßenbahn, nicht wie ein gewöhnlicher Bus. Statt eines Bandes, das gewöhnlicherweise im Hintergrund läuft, hat der Fahrer selbst erzählt, was wir über Key West wissen sollten. Das erste Mal verließen wir den Bus am wohl bekanntesten Ort der Insel: am Southernmost Point, also der südlichste Punkt der kontinentalen USA. Gekennzeichnet wird dieser durch eine bunte Boje, auf der auch die Entfernung nach Kuba zu lesen ist. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, wollten gefühlt eine Million Menschen ein Foto mit der Boje machen – die Schlange war jedenfalls ähnlich lang wie die vor einer Achterbahn in einem überfüllten Freizeitpark. Aber wir sind ja schon geübt und haben unser Foto auch ohne langes Anstellen bekommen.
Von hier aus erkundeten wir den Rest der Insel (größtenteils zu Fuß). Wir entdeckten das Hemmingway-Haus, die Altstadt der Insel, die berühmte Einkaufsstraße Duval Street und noch vieles mehr. Wie so oft verging der Tag viel zu schnell und ich wollte am liebsten nie wieder hier weg.

Everglades

Der zweite Ausflug ging in die Everglades. Ein absolutes Muss, wenn man in Florida ist. Der Nationalpark nimmt eine riesige Fläche ein und natürlich haben wir bei unserem Ausflug nur einen ganz kleinen Teil gesehen – dafür aber einen bemerkenswerten Eindruck des tropischen Marschlands erhalten.
Am Morgen holte uns ein Bus direkt aus dem Hotel ab und dann ging es los, durch Miami in Richtung Nationalpark. Kurz nachdem wir die Metropole verlassen hatten (ungefähr zwei Stunden nachdem wir in den Bus eingestiegen waren!), verließen wir dann auch schon die großen Straßen und sahen nur noch Grün um uns herum. Ein wahnsinniger Anblick – vor allem, wenn man bedenkt, in welch einer Großstadt wir noch vor einigen Minuten waren.
Als wir ausstiegen, wurden wir von einer absoluten Ruhe begrüßt und beinahe von der stehenden Hitze erschlagen. An dieser Stelle muss ich natürlich dazu sagen, dass ich perfekt gekleidet war. Trotz der mindestens 40 Grad, der hohen Luftfeuchtigkeit und des im Hinterland fehlenden Windes hatte ich lange Sachen an, da mich alle vor den Mücken gewarnt hatten. Hat sich auch echt gelohnt: Wir haben nicht eine gesehen. Aber wahrscheinlich waren wir dafür einfach nicht weit genug in den Everglades drinnen.
Als Erstes machten wir dann eine halbstündige Tour mit einem Luftkissenboot. Dabei haben wir die Flora und Fauna und die unterschiedlichsten Tiere entdeckt, die hier leben. Darunter auch drei wilde Krokodile. Wie beeindruckend das alles ist, kann man sich wirklich nur schwer vorstellen. Diese Ruhe um einen herum, die Tiere, die ganz plötzlich irgendwo auftauchen und die man zuvor noch nie in freier Wildbahn (geschweige denn überhaupt schon einmal außerhalb eines Fernsehers) gesehen hat und diese komplett unberührte Natur – unglaublich. Und wie gesagt: Wir haben nur einen klitzekleinen Teil dieses riesigen Gebietes erkunden können.
Nach der Tour gab es dann noch eine Krokodil-Show, in der wir viel Interessantes und auch Beängstigendes über diese Tiere erfuhren. Und angeblich waren alle Krokodile, die hier in den Shows auftraten, sozusagen auf der Durchreise zwischen aus-einem-Garten-irgendwo-in-Florida-gerettet und einem Wildlife-Park. Ja, das ist wohl tatsächlich etwas Gutes, denn alle Krokodile, die in Florida irgendwo außerhalb ihrer normalen Umgebung gefunden werden, müssen entweder in ein solches Programm, um zivilisiert zu werden, oder sie werden laut Gesetz umgebracht (aus Angst, sie könnten sich wieder in Gärten verirren). So wurde es uns zumindest erklärt.

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